Warum jetzt der richtige Zeitpunkt sein kann, von der gesetzlichen Krankenkasse in die Private Krankenversicherung zu wechseln

6. Juni 2026 in GKV, Newsletter, PKV

Die Entscheidung zwischen gesetzlicher Krankenkasse und Privater Krankenversicherung ist keine reine Beitragsfrage. Sie ist eine Systementscheidung. Genau deshalb sollte sie nicht spontan, nicht aus Ärger über steigende Beiträge und schon gar nicht aufgrund einzelner Werbeversprechen getroffen werden. Wer aber grundsätzlich zur Privaten Krankenversicherung passt, sollte sich gerade jetzt ernsthaft mit einem Wechsel beschäftigen.

Der wichtigste Grund ist: Die Rahmenbedingungen verändern sich. Die Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Krankenversicherung liegt 2026 bei 69.750 Euro jährlich, die Versicherungspflichtgrenze bei 77.400 Euro jährlich beziehungsweise 6.450 Euro monatlich. Wer als Arbeitnehmer regelmäßig mehr verdient, kann sich privat krankenversichern. Die Grenze wird jährlich angepasst und könnte ab 2027 nochmals deutlich steigen, wodurch der Zugang zur Privaten Krankenversicherung für viele Angestellte schwieriger wird.

Wer überhaupt wechseln kann

In die Private Krankenversicherung können nicht alle wechseln. Möglich ist der Wechsel vor allem für Selbstständige, Freiberufler, Beamtinnen und Beamte sowie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, deren regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt über der Versicherungspflichtgrenze liegt. Studierende können sich zu Beginn des Studiums von der gesetzlichen Versicherungspflicht befreien lassen, müssen diese Entscheidung aber innerhalb von drei Monaten treffen.

Bei Angestellten zählt nicht irgendein einmaliger Bonus, sondern das regelmäßige voraussichtliche Jahresarbeitsentgelt. Der Arbeitgeber prüft, ob die Grenze überschritten wird. Wird die Versicherungspflicht beendet, können Betroffene freiwillig gesetzlich versichert bleiben oder in die Private Krankenversicherung wechseln. Erfolgt der Austritt innerhalb von zwei Wochen nach dem Hinweis der Krankenkasse, ist ein sofortiger Wechsel möglich.

Wer bereits freiwillig gesetzlich versichert ist, kann die gesetzliche Krankenkasse zum Ablauf des übernächsten Kalendermonats verlassen. Praktisch bedeutet das meist eine Frist von zwei Monaten zum Monatsende. Wichtig ist immer: Es muss nahtlos neuer Versicherungsschutz bestehen. In Deutschland darf keine Lücke in der Krankenversicherung entstehen.

Warum gerade jetzt prüfen

Der Zeitpunkt ist deshalb relevant, weil die gesetzliche Krankenversicherung unter starkem Finanzierungsdruck steht. Steigende Gesundheitskosten, demografischer Wandel und höhere Beitragsgrenzen führen dazu, dass Gutverdienende in der GKV perspektivisch stärker belastet werden. Gleichzeitig wird der Zugang zur Privaten Krankenversicherung über die steigende Versicherungspflichtgrenze erschwert. Wer heute wechseln darf, sollte daher prüfen, ob diese Möglichkeit auch künftig noch besteht.

Das heißt nicht, dass die Private Krankenversicherung automatisch besser ist. Sie ist anders. In der gesetzlichen Krankenkasse hängen die Beiträge vom Einkommen ab, die Leistungen aber vom gesetzlichen Katalog. In der Privaten Krankenversicherung hängen die Beiträge vor allem von Eintrittsalter, Gesundheitszustand und Tarifumfang ab. Die vereinbarten Leistungen sind vertraglich garantiert. Ein zentraler Systemunterschied liegt außerdem darin, dass die GKV grundsätzlich nach dem Sachleistungsprinzip funktioniert, während die PKV regelmäßig nach dem Kostenerstattungsprinzip arbeitet.

Es gibt nicht nur GKV oder PKV

Wichtig ist: Die Entscheidung lautet nicht immer nur gesetzlich oder privat. Es gibt auch Zwischenlösungen. Wer in der gesetzlichen Krankenkasse bleiben möchte, kann private Zusatzversicherungen abschließen. Und wer gesetzlich versichert bleiben möchte, aber in bestimmten Bereichen eher wie ein Privatpatient auftreten will, kann unter bestimmten Voraussetzungen vom Sachleistungsprinzip auf das Kostenerstattungsprinzip umstellen.

Beide Varianten können sinnvoll sein. Sie ersetzen aber nicht vollständig die Private Krankenversicherung. Sie sind eher Bausteine, mit denen gesetzlich Versicherte einzelne Leistungsbereiche verbessern oder anders organisieren können.

Möglichkeit 1: In der GKV bleiben und private Zusatztarife abschließen

Private Zusatztarife können gesetzlich Versicherten helfen, einzelne Versorgungslücken zu schließen. Typische Beispiele sind Zahnzusatzversicherung, stationäre Zusatzversicherung mit Einbettzimmer oder Zweibettzimmer und privatärztlicher Behandlung im Krankenhaus, Krankentagegeld, Auslandsreisekrankenversicherung, ambulante Zusatzleistungen oder Heilpraktikerleistungen.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Sie bleiben Mitglied der gesetzlichen Krankenkasse und behalten deren Grundstruktur. Das kann besonders dann attraktiv sein, wenn beitragsfreie Familienversicherung, einkommensabhängige Beiträge oder die Sicherheit des gesetzlichen Systems wichtig sind. Gleichzeitig können Sie einzelne Bereiche privat aufwerten.

Der Nachteil: Zusatzversicherungen verbessern immer nur bestimmte Ausschnitte. Sie machen aus einer gesetzlichen Krankenversicherung keine vollständige Private Krankenversicherung. Der gesetzliche Leistungskatalog bleibt grundsätzlich bestehen. Außerdem prüfen private Versicherer auch bei Zusatztarifen den Gesundheitszustand. Wer bereits Vorerkrankungen hat, muss mit Risikozuschlägen, Leistungsausschlüssen oder Ablehnung rechnen.

Diese Lösung eignet sich besonders für Menschen, die grundsätzlich gern in der GKV bleiben möchten, aber einzelne Leistungsbereiche gezielt verbessern wollen. Wer zum Beispiel vor allem Wert auf Zahnersatz, bessere Krankenhausunterbringung oder Schutz im Ausland legt, kann mit privaten Zusatztarifen eine pragmatische Lösung finden. Gerade die beitragsfreie Mitversicherung von Kindern kann ein wichtiger Vorteil der GKV bleiben.

Möglichkeit 2: In der GKV bleiben und Kostenerstattung wählen

Die zweite Alternative ist weniger bekannt, aber wichtig: Auch gesetzlich Versicherte können sich unter bestimmten Voraussetzungen für das Kostenerstattungsprinzip entscheiden. Normalerweise funktioniert die GKV nach dem Sachleistungsprinzip. Das bedeutet: Sie zeigen beim Arzt Ihre Gesundheitskarte vor. Der Arzt rechnet seine Kassenleistung direkt mit der gesetzlichen Krankenkasse beziehungsweise über die Kassenärztliche Vereinigung ab. Sie selbst erhalten in der Regel keine Rechnung.

Beim Kostenerstattungsprinzip ist es anders. Sie treten gegenüber dem Arzt stärker wie ein Selbstzahler auf. Der Arzt stellt Ihnen eine Rechnung. Diese reichen Sie bei Ihrer gesetzlichen Krankenkasse ein. Die Krankenkasse erstattet jedoch grundsätzlich nur den Betrag, den sie auch im normalen gesetzlichen System übernommen hätte. Alles, was darüber hinausgeht, kann bei Ihnen hängen bleiben. Genau hier liegt der entscheidende Punkt.

Das Kostenerstattungsprinzip kann den Zugang zu bestimmten privatärztlichen Leistungen erleichtern. Es kann auch helfen, wenn jemand bewusst mehr Transparenz über ärztliche Rechnungen haben möchte. Es bedeutet aber nicht, dass die gesetzliche Krankenkasse plötzlich alle privatärztlichen Honorare übernimmt. Im Vergleich zu einem echten Privatpatienten gibt es weiterhin Einschränkungen.

Deshalb sollte diese Wahl nie leichtfertig getroffen werden. Besonders wichtig ist eine ergänzende private Absicherung, die mögliche Differenzen zwischen Arztrechnung und Erstattung der gesetzlichen Krankenkasse auffängt. Ohne eine solche Ergänzung kann das Kostenerstattungsprinzip teuer werden. Man sollte vorher genau klären, für welche Bereiche die Kostenerstattung gewählt wird, welche Bindungsfristen gelten, welche Erstattung die Krankenkasse tatsächlich leistet und welche Zusatzversicherung sinnvoll ist.

Diese Variante eignet sich eher für Menschen, die bewusst in der GKV bleiben möchten, aber mehr Einfluss auf Abrechnung, Arztwahl und Leistungszugang wünschen. Sie ist keine einfache Sparlösung, sondern eine anspruchsvolle Gestaltungsvariante.

Häufige Vorurteile und was daran stimmt

Ein häufiges Vorurteil lautet: Die Private Krankenversicherung ist im Alter unbezahlbar. Richtig ist: Beiträge können steigen, auch deutlich. Falsch ist aber die Vorstellung, dass dies zwangsläufig unkontrolliert geschieht. Private Krankenversicherer bilden Alterungsrückstellungen. Außerdem gibt es Möglichkeiten wie interne Tarifwechsel, Beitragsentlastungsbausteine oder eine bewusste Tarifauswahl. Trotzdem gilt: Wer im Alter voraussichtlich nur geringe Einkünfte hat, sollte besonders vorsichtig prüfen. Die Verbraucherzentrale weist zu Recht darauf hin, dass geringe Alterseinkünfte in der GKV häufig günstiger wirken können.

Ein zweites Vorurteil lautet: Wer einmal in die Private Krankenversicherung gewechselt ist, kommt nie wieder zurück in die gesetzliche Krankenkasse. Auch das ist so pauschal falsch. Richtig ist: Eine Rückkehr ist möglich, aber an klare gesetzliche Voraussetzungen gebunden. Bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern kann sie zum Beispiel in Betracht kommen, wenn das regelmäßige Einkommen wieder unter die Jahresarbeitsentgeltgrenze fällt und dadurch Versicherungspflicht in der GKV entsteht.

Je älter man ist, desto enger werden die Regeln. Besonders ab 55 Jahren ist der Weg zurück in die GKV nur noch in Ausnahmefällen möglich. Deshalb sollte niemand in die PKV wechseln mit dem Gedanken: Falls es später nicht passt, gehe ich eben wieder zurück. Diese Annahme wäre riskant. Auch frühere Gestaltungsideen, etwa über einen Auslandsaufenthalt, sind seit 2026 deutlich eingeschränkt und sollten keinesfalls als verlässlicher Ausweg eingeplant werden.

Ein drittes Vorurteil lautet: Privatpatienten bekommen immer bessere Medizin. So pauschal stimmt das nicht. Medizinisch notwendig behandelt werden alle Versicherten. Der Unterschied liegt eher im Zugang, im Leistungsumfang, bei Erstattungssätzen, Zahnersatz, Hilfsmitteln, stationären Wahlleistungen und Spezialleistungen. Entscheidend ist nicht das Etikett PKV, sondern die Qualität des konkreten Tarifs.

Ein viertes Vorurteil lautet: Die GKV ist immer solidarischer und die PKV immer egoistischer. Auch das ist zu einfach. Die GKV arbeitet überwiegend umlagefinanziert. Die PKV kalkuliert individueller und bildet Kapitalrückstellungen. Beide Systeme haben Stärken und Schwächen. Die richtige Frage lautet nicht: Welches System ist moralisch besser? Sondern: Welches System passt zu Ihrer Lebensplanung, Ihrer Familie, Ihrem Beruf, Ihrem Gesundheitszustand und Ihrer finanziellen Stabilität?

Ein fünftes Vorurteil lautet: Wenn man gute Zusatzversicherungen hat, braucht man keine Private Krankenversicherung mehr. Auch das stimmt nur teilweise. Private Zusatztarife können einzelne Leistungsbereiche verbessern. Sie ändern aber nicht das Grundsystem der gesetzlichen Krankenkasse. Wer gesetzlich versichert bleibt, bleibt grundsätzlich im gesetzlichen Leistungskatalog. Zusatzversicherungen können diesen Schutz ergänzen, aber nicht vollständig in eine vollwertige private Krankenvollversicherung verwandeln.

Ein sechstes Vorurteil lautet: Kostenerstattung in der GKV ist dasselbe wie Privatpatient sein. Auch das ist falsch. Die Abrechnung ähnelt zwar stärker der privaten Krankenversicherung, aber die Erstattung durch die gesetzliche Krankenkasse bleibt begrenzt. Ohne passende Zusatzversicherung können erhebliche Eigenanteile entstehen. Kostenerstattung kann sinnvoll sein, muss aber sehr bewusst gestaltet werden.

Für wen ein Wechsel besonders prüfenswert ist

Ein Wechsel kann besonders prüfenswert sein für gut verdienende Angestellte ohne beitragsfrei mitzuversichernde Familienangehörige, für Selbstständige mit stabilem Einkommen, für Freiberufler mit langfristiger Planungssicherheit und für Beamtinnen und Beamte mit Beihilfeanspruch. Gerade bei Beamten ist die Kombination aus Beihilfe und privater Restkostenversicherung oft strukturell naheliegend.

Vorsicht ist geboten bei vielen Kindern, unsicherem Einkommen, bestehenden Erkrankungen, geplanter Teilzeit, unklarer Selbstständigkeit oder dem Wunsch, später möglichst flexibel wieder in die GKV zurückzukehren. Auch wer nur wegen eines kurzfristig niedrigeren Beitrags wechseln möchte, trifft meist keine gute Entscheidung.

Wer nicht sicher ist, ob die Private Krankenversicherung dauerhaft passt, sollte auch die Alternativen sauber prüfen. Manchmal ist die beste Lösung nicht der vollständige Wechsel, sondern der Verbleib in der GKV mit gezielten privaten Ergänzungen. In anderen Fällen kann die Kostenerstattung eine interessante Option sein, wenn sie fachlich sauber begleitet und finanziell abgesichert wird.

Was vor einem Wechsel geprüft werden sollte

Vor einem Wechsel sollten mindestens diese Punkte geklärt werden: Gesundheitszustand, Risikozuschläge, Leistungsausschlüsse, Selbstbehalt, Beitragsentwicklung, Familienplanung, Arbeitgeberzuschuss, Altersvorsorge, Beitragsentlastung im Ruhestand, Tarifqualität und Rückkehrmöglichkeiten. Wichtig ist außerdem, nicht nur den günstigsten Tarif zu suchen. Ein billiger Tarif kann später teuer werden, wenn Leistungen fehlen.

Besonders sorgfältig sollte auf Hilfsmittel, Psychotherapie, Heilmittel, Zahnersatz, stationäre Leistungen, ambulante Erstattung, Gebührenordnung, Anschlussheilbehandlung, Reha, Auslandsschutz und Beitragsstabilität geachtet werden. Der Unterschied zwischen guter und schwacher Privater Krankenversicherung zeigt sich oft nicht beim Beitrag, sondern im Leistungsfall.

Wer statt eines vollständigen Wechsels Zusatzversicherungen oder Kostenerstattung in der GKV prüft, sollte ebenfalls genau hinsehen. Bei Zusatzversicherungen geht es um Gesundheitsfragen, Wartezeiten, Leistungsstaffeln, Höchstbeträge und Tarifbedingungen. Bei der Kostenerstattung geht es um Erstattungssätze, Eigenanteile, Bindungsfristen und die Frage, ob eine ergänzende private Absicherung vorhanden ist.

Fazit

Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, den Wechsel in die Private Krankenversicherung zu prüfen, weil die Zugangshürden steigen, die GKV für Gutverdienende teurer wird und sich die Entscheidung später möglicherweise nicht mehr so einfach treffen lässt. Aber prüfen heißt nicht automatisch wechseln. Die Private Krankenversicherung ist keine kurzfristige Sparmaßnahme, sondern eine langfristige Entscheidung.

Wer dauerhaft gut verdient, gesund ist, Wert auf vertraglich definierte Leistungen legt und bereit ist, seine Krankenversicherung als Teil der Finanzplanung zu betrachten, sollte sich ernsthaft mit der Privaten Krankenversicherung beschäftigen. Wer dagegen maximale Flexibilität, beitragsfreie Familienversicherung oder einkommensabhängige Beiträge im Alter sucht, kann in der gesetzlichen Krankenkasse besser aufgehoben sein.

Zwischen beiden Systemen gibt es außerdem Zwischenwege. Private Zusatztarife können einzelne Leistungsbereiche der GKV sinnvoll ergänzen. Das Kostenerstattungsprinzip kann gesetzlich Versicherten mehr Gestaltungsmöglichkeiten eröffnen, ist aber erklärungsbedürftig und kann ohne passende Absicherung teuer werden.

Der richtige Zeitpunkt ist also nicht deshalb jetzt, weil jeder wechseln sollte. Der richtige Zeitpunkt ist jetzt, weil man die Entscheidung treffen sollte, solange man sie noch frei und sauber prüfen kann. Und dazu gehört nicht nur die Frage GKV oder PKV, sondern auch die Prüfung der Alternativen dazwischen.

Krankenzusatzversicherung ohne Gesundheitsfragen

8. Februar 2026 in Newsletter, PKV

Viele Menschen wünschen sich besseren Schutz im Krankheitsfall, zögern aber beim Abschluss einer Krankenzusatzversicherung. Der Grund ist oft derselbe: Gesundheitsfragen. Wer schon Diagnosen in der Akte hat, laufende Behandlungen hatte oder schlicht keine Lust auf lange Antragsprozesse hat, befürchtet Rückfragen, Ausschlüsse oder eine Ablehnung.

Genau für diese Situation gibt es Lösungen, die ohne Gesundheitsfragen auskommen. Das ist kein Zaubertrick, sondern ein anderes Prinzip: Der Versicherer verzichtet auf die individuelle Risikoprüfung und steuert das Risiko über feste Regeln. Für Sie kann das sehr attraktiv sein, wenn Sie schnell und unkompliziert Zusatzschutz möchten.

Damit das wirklich zu Ihnen passt, sollten Sie aber die typischen Einschränkungen kennen. Denn gerade hier liegt der Unterschied zwischen einem guten Kauf und einer teuren Enttäuschung.

Warum diese Tarife so gefragt sind

In der Praxis begegnen mir häufig drei Fälle:

Erstens: Sie hatten in der Vergangenheit gesundheitliche Themen und rechnen damit, dass ein klassischer Antrag schwierig wird.

Zweitens: Sie möchten sich absichern, aber Sie wollen keine Details aus Ihrer Krankengeschichte angeben oder umfangreiche Unterlagen nachreichen.

Drittens: Sie möchten schnell handeln, zum Beispiel weil Sie merken, dass Versorgung und Eigenanteile in bestimmten Bereichen steigen oder weil Sie einfach nicht länger warten wollen.

Tarife ohne Gesundheitsfragen sind oft genau dafür gemacht: Einstieg, Basisabsicherung, klare Spielregeln, schneller Abschluss.

Die Vorteile und warum sie sich lohnen können

  1. Unkomplizierter Zugang

Der offensichtlichste Vorteil: Der Abschluss ist deutlich einfacher. Sie müssen keine Gesundheitsangaben machen und vermeiden damit die typische Kette aus Rückfragen, Arztberichten und langen Wartezeiten bis zur Entscheidung.

  1. Planbarkeit durch feste Regeln

Weil keine individuelle Prüfung stattfindet, gelten klare, vorab definierte Bedingungen. Sie wissen im Idealfall sehr genau, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit Leistungen fließen.

  1. Chance auf Zusatzschutz trotz Vorgeschichte

Wer bei klassischen Tarifen Schwierigkeiten erwartet, bekommt hier oft überhaupt erst die Möglichkeit, Zusatzleistungen abzusichern. Das ist für viele der entscheidende Punkt.

  1. Schneller Start, oft mit Sofortelementen

Je nach Produktbereich gibt es häufig Leistungen, die sofort oder sehr zeitnah greifen. Das macht die Tarife besonders interessant für Menschen, die nicht noch ein Jahr warten möchten, bis überhaupt ein Effekt spürbar ist.

Die üblichen Ausschlüsse und Einschränkungen, die Sie kennen sollten

Damit Sie als Kunde wirklich profitieren, kommt es auf das Kleingedruckte an. Die folgenden Punkte sind typisch und müssen bewusst eingeplant werden.

  1. Wartezeiten und Sonderwartezeiten

Viele Tarife arbeiten mit Wartezeiten. Das bedeutet: In den ersten Monaten erhalten Sie noch keine oder nur eingeschränkte Leistungen. Zusätzlich gibt es oft Sonderregelungen für bestimmte Leistungsbereiche. Wer das übersieht, erwartet Leistungen zu früh und ist dann enttäuscht.

  1. Begrenzungen in den ersten Jahren

Sehr verbreitet sind Leistungsstaffeln. Das heißt: In den ersten Jahren gibt es Höchstgrenzen, die schrittweise ansteigen. Das ist nicht schlecht, aber es muss zu Ihrem Bedarf passen. Wenn Sie kurzfristig hohe Erstattungen erwarten, sollten Sie besonders genau hinschauen.

  1. Kein Schutz für bereits laufende Fälle

Ein zentraler Punkt: Auch wenn keine Gesundheitsfragen gestellt werden, bedeutet das nicht, dass bereits laufende oder bereits begonnene Behandlungen automatisch abgedeckt sind. Häufig gilt: Ein Ereignis, das vor Vertragsbeginn begonnen hat, bleibt ausgeschlossen. Das ist logisch, wird aber in der Erwartungshaltung oft falsch verstanden.

  1. Schutz ist oft bewusst schlanker

Tarife ohne Gesundheitsfragen sind häufig nicht das Premiumprodukt im Markt. Der Leistungsumfang kann geringer sein als bei klassischen Tarifen mit Gesundheitsprüfung. Es geht dann eher um Basisschutz und klar definierte Mehrleistungen, nicht um eine maximale Rundumabsicherung.

  1. Beitrag und Beitragsentwicklung

Weil der Versicherer das Risiko nicht individuell sortiert, ist die Kalkulation anders. Das kann bedeuten, dass der Beitrag im Verhältnis zur Leistung höher wirkt oder dass die Beiträge stärker altersabhängig sind. Entscheidend ist nicht der Startbeitrag, sondern ob das Modell langfristig zu Ihnen passt.

Wie Sie prüfen, ob ein Tarif ohne Gesundheitsfragen für Sie sinnvoll ist

Stellen Sie sich drei einfache Fragen:

Erstens: Geht es Ihnen um einen schnellen Einstieg und pragmatischen Zusatzschutz oder um eine bestmögliche Absicherung mit maximalen Leistungen.

Zweitens: Welche Einschränkungen sind für Sie akzeptabel. Wartezeiten, Staffelungen und klare Leistungsgrenzen können völlig in Ordnung sein, wenn sie zu Ihrem Ziel passen.

Drittens: Haben Sie Alternativen. Manchmal ist ein klassischer Tarif trotz Gesundheitsfragen möglich und bietet langfristig das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis. Ohne Prüfung ist nicht automatisch besser, sondern oft nur einfacher.

Meine Empfehlung und Ihr nächster Schritt

Wenn Sie sich für Tarife ohne Gesundheitsfragen interessieren, ist der richtige Ansatz: Erst Ziel klären, dann Bedingungen prüfen, dann sauber vergleichen. Genau hier macht Beratung den Unterschied, weil es nicht um Werbesätze geht, sondern um die Regeln, die später über Leistung oder Nichtleistung entscheiden.

Wenn Sie möchten, machen wir das unkompliziert in einem kurzen Gespräch:

  • Welche Zusatzleistungen sind Ihnen wirklich wichtig
  • Welche Einschränkungen sind für Sie akzeptabel
  • Welche Lösung passt zu Ihrer Vorgeschichte, Ihrem Budget und Ihrem Ziel

Melden Sie sich gerne bei mir. Dann finden wir gemeinsam heraus, ob eine Krankenzusatzversicherung ohne Gesundheitsfragen für Sie die richtige Abkürzung ist oder ob eine andere Lösung für Sie langfristig mehr bringt.

 

Zusatzversicherungen für gesetzlich Krankenversicherte

3. November 2020 in GKV, Newsletter, PKV

Soll ich in die private Krankenversicherung (PKV) wechseln oder soll ich in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bleiben?
Das ist eine der häufigsten Fragen, die mir von Kunden rund um das Thema Krankenversicherung gestellt wird.

Natürlich gibt es darauf keine pauschale Antwort. Es müssen sehr viele Parameter geprüft und besprochen werden.

90% der Menschen in Deutschland sind in der GKV versichert. Die überwiegende Mehrzahl hat auch gar nicht die Möglichkeit, in die PKV zu wechseln, weil eine Versicherungspflicht in der GKV besteht.

Dennoch besteht häufig der Wunsch, zumindest in Teilbereichen einen besseren Versicherungsschutz zu erhalten.

Aber auch für Menschen, die in die PKV wechseln könnten, kann es bedarfsgerecht sein, in der GKV zu verbleiben und Teilbereiche höherwertig, also auf dem Niveau eine Privatpatienten abzusichern.

Der Oberbegriff für diese höherwertige Absicherung von Teilbereichen ist „Krankenzusatzversicherung“.

Welche Zusatzversicherungen sind sinnvoll?

JETZT BERATUNGSTERMIN VEREINBAREN

Aber auch für in der PKV versicherte Personen gibt es sinnvolle Zusatzversicherungen.
Neben der Auslandsreisekrankenversicherung möchte ich auch an dieser Stelle noch einmal auf die Beitragsentlastungstarife hinweisen.