Ruhestandsplanung: Warum ein Kontoauszug noch kein Plan ist

25. Juli 2026 in Altersvorsorge, Erben und Schenken, Newsletter, Vermögensanlage

Viele Menschen kennen den ungefähren Stand ihrer Altersvorsorge. Sie erhalten regelmäßig ihre Renteninformation, besitzen vielleicht eine betriebliche Altersversorgung, haben eine private Rentenversicherung abgeschlossen, ein Wertpapierdepot aufgebaut oder eine Immobilie abbezahlt. Auf den ersten Blick wirkt das beruhigend.

Doch eine Sammlung von Verträgen, Kontoständen und Rentenansprüchen ist noch keine Ruhestandsplanung.

Die entscheidende Frage lautet nicht, wie viel Vermögen heute vorhanden ist. Entscheidend ist, ob dieses Vermögen zusammen mit allen späteren Einkünften ausreicht, um den gewünschten Lebensstandard dauerhaft zu finanzieren. Und zwar nach Steuern, nach Beiträgen zur Krankenversicherung, unter Berücksichtigung der Inflation und auch dann, wenn das Leben anders verläuft als erwartet.

Genau an diesem Punkt wird aus einer scheinbar einfachen Rechnung eine anspruchsvolle Planungsaufgabe.

Warum Selbsteinschätzung und tatsächliche Planung auseinanderliegen

Nach einer aktuellen Befragung glauben zwei Drittel der Menschen über 50 Jahre, ihre Ruhestandsplanung selbst in die Hand nehmen zu können. Gleichzeitig blickt in der Altersgruppe zwischen 50 und 60 Jahren nur etwa jeder Dritte optimistisch auf den Ruhestand.

Dieser Widerspruch ist bemerkenswert.

Viele Menschen trauen sich die Planung grundsätzlich zu, fühlen sich mit dem Ergebnis aber trotzdem nicht sicher. Das liegt häufig nicht an mangelnder Intelligenz oder fehlendem Interesse. Es liegt an der Vielzahl der Fragen, die gleichzeitig beantwortet werden müssen.

Wie hoch ist das spätere Einkommen wirklich? Welcher Betrag bleibt nach Abgaben übrig? Wie viel Geld wird monatlich benötigt? Welche Ausgaben fallen weg, welche kommen hinzu? Wie lange muss das Vermögen reichen? Wie wird es angelegt? Was passiert bei einem Börseneinbruch kurz nach Beginn des Ruhestands? Welche Reserven werden für Gesundheit, Pflege, Reparaturen oder Unterstützung der Familie benötigt?

Wer diese Fragen einzeln betrachtet, findet oft eine Antwort. Schwierig wird es, daraus ein tragfähiges Gesamtkonzept zu entwickeln.

Der erste Denkfehler: Die ausgewiesene Rente wird mit dem heutigen Einkommen verglichen

Die jährliche Renteninformation ist wichtig. Sie vermittelt einen ersten Eindruck davon, welche gesetzliche Rente später zu erwarten sein könnte. Die Digitale Rentenübersicht geht noch einen Schritt weiter und führt Ansprüche aus der gesetzlichen, betrieblichen und privaten Altersvorsorge zusammen.

Das schafft Transparenz. Es ersetzt aber keine Planung.

Viele ausgewiesene Beträge sind Bruttowerte. Von ihnen können Beiträge zur Krankenversicherung und zur Pflegeversicherung sowie Steuern abgehen. Wie hoch die tatsächliche Belastung ausfällt, hängt von der persönlichen Situation, der Art der Einkünfte, dem Rentenbeginn und den dann geltenden gesetzlichen Regelungen ab.

Auch verschiedene Vorsorgeformen werden unterschiedlich besteuert. Eine gesetzliche Rente wird steuerlich anders behandelt als eine private Rentenversicherung. Leistungen aus einer betrieblichen Altersversorgung können wiederum anderen Regeln unterliegen. Hinzu kommen mögliche Einkünfte aus Vermietung, Kapitalvermögen, selbstständiger Tätigkeit oder einem späteren Verkauf von Vermögenswerten.

Eine Planung auf Basis von Bruttobeträgen kann deshalb ein deutlich zu positives Bild erzeugen.

Was zählt, ist nicht die Summe aller Leistungsmitteilungen. Was zählt, ist der Betrag, der später tatsächlich zur Verfügung steht.

Der zweite Denkfehler: Der heutige Lebensstandard wird einfach fortgeschrieben

Häufig wird angenommen, im Ruhestand würden pauschal 70 oder 80 Prozent des bisherigen Einkommens benötigt. Solche Faustregeln können eine erste Orientierung geben. Für eine persönliche Planung reichen sie nicht aus.

Der Bedarf im Ruhestand verläuft selten gleichmäßig.

In den ersten Jahren möchten viele Menschen reisen, Zeit mit der Familie verbringen, ihr Zuhause verändern oder lange aufgeschobene Wünsche verwirklichen. Diese aktive Phase kann finanziell anspruchsvoller sein als erwartet.

Später werden manche Ausgaben geringer. Vielleicht wird weniger gereist und das Auto seltener genutzt. Andere Kosten steigen dagegen. Ausgaben für Gesundheit, Unterstützung im Haushalt, altersgerechtes Wohnen oder Pflege können erheblich zunehmen.

Hinzu kommen größere Einzelbeträge. Ein neues Auto, eine neue Heizung, die Sanierung des Hauses, Zahnersatz oder finanzielle Hilfe für Kinder und Enkel passen in keine gleichbleibende Monatsrechnung.

Eine gute Ruhestandsplanung betrachtet deshalb nicht nur einen durchschnittlichen Monatsbedarf. Sie bildet unterschiedliche Lebensphasen und größere Ausgaben gesondert ab.

Der dritte Denkfehler: Inflation wird unterschätzt

Inflation wirkt langsam. Genau deshalb wird ihre langfristige Bedeutung häufig unterschätzt.

Die Europäische Zentralbank strebt mittelfristig eine Inflationsrate von zwei Prozent an. Selbst wenn dieses Ziel genau erreicht würde, hätte das über einen langen Ruhestand erhebliche Auswirkungen.

Wer heute für seinen Lebensstandard 3.000 Euro im Monat benötigt, bräuchte bei einer gleichmäßigen Inflation von zwei Prozent nach 20 Jahren rund 4.460 Euro, um sich ungefähr das Gleiche leisten zu können. Nach 30 Jahren wären es bereits rund 5.430 Euro.

Das bedeutet nicht, dass jede einzelne Ausgabe genauso steigt. Es zeigt aber, wie gefährlich es ist, mit einem unveränderten Bedarf zu rechnen.

Besonders problematisch sind hohe Bestände auf unverzinsten Konten. Der Kontostand bleibt nominal erhalten, seine Kaufkraft nimmt jedoch ab. Ein Vermögen kann auf dem Papier sicher wirken und real trotzdem jedes Jahr an Wert verlieren.

Sicherheit darf deshalb nicht nur bedeuten, Kursschwankungen zu vermeiden. Sicherheit muss auch den Erhalt der Kaufkraft berücksichtigen.

Der vierte Denkfehler: Durchschnittliche Lebenserwartung wird mit persönlicher Lebensdauer verwechselt

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes haben 65 Jahre alte Männer derzeit statistisch noch etwas mehr als 18 Lebensjahre vor sich. Bei Frauen sind es gut 21 Jahre.

Das sind Durchschnittswerte. Für die persönliche Planung sind sie nur eingeschränkt geeignet.

Ein Teil der Menschen lebt deutlich kürzer. Ein anderer Teil erreicht ein sehr hohes Alter. Wer seine Planung lediglich bis zum statistischen Durchschnittsalter aufstellt, riskiert, dass das Vermögen aufgebraucht ist, obwohl das Leben weitergeht.

Ruhestandsplanung muss deshalb auch ein langes Leben finanzierbar machen. Das klingt zunächst paradox, denn ein langes Leben ist etwas Positives. Finanziell ist es dennoch ein Risiko, weil immer länger laufende Ausgaben finanziert werden müssen.

Dieses Risiko lässt sich nicht einfach lösen, indem man besonders vorsichtig rechnet. Wer zu viel Kapital zurückhält, schränkt möglicherweise seinen Lebensstandard unnötig ein. Wer zu großzügig entnimmt, kann später in finanzielle Schwierigkeiten geraten.

Gesucht wird daher ein vernünftiges Gleichgewicht zwischen Lebensqualität heute und finanzieller Sicherheit bis ins hohe Alter.

Der fünfte Denkfehler: Vermögen wird mit verfügbarem Einkommen gleichgesetzt

Eine schuldenfreie Immobilie kann einen erheblichen Wert darstellen. Sie erzeugt aber nicht automatisch das Einkommen, das im Alltag benötigt wird.

Das gilt auch für Beteiligungen an einem Unternehmen, vermietete Immobilien, Sammlungen oder andere schwer veräußerbare Vermögenswerte. Vermögen kann vorhanden sein, ohne kurzfristig verfügbar zu sein.

Wer den überwiegenden Teil seines Vermögens im selbst bewohnten Haus gebunden hat, braucht deshalb eine Antwort auf mehrere Fragen:

Soll die Immobilie dauerhaft erhalten bleiben?

Reichen die laufenden Einnahmen für Unterhalt, Modernisierung und Lebenshaltung?

Wäre ein späterer Verkauf denkbar?

Soll ein Teil des Immobilienwerts nutzbar gemacht werden?

Ist ein Umzug in eine kleinere oder altersgerechte Wohnung geplant?

Soll die Immobilie an die nächste Generation übertragen werden?

Der Satz „Mein Haus ist meine Altersvorsorge“ kann richtig sein. Er wird aber erst dann zu einer belastbaren Aussage, wenn geklärt ist, wie aus dem Immobilienwert bei Bedarf tatsächlich finanzielle Freiheit entsteht.

Der sechste Denkfehler: Die Rendite wird geplant, das Risiko aber nicht

Viele Menschen konzentrieren sich bei der Geldanlage auf die erwartete Durchschnittsrendite. Für die Ruhestandsplanung ist jedoch nicht nur entscheidend, welche Rendite langfristig erzielt wird. Ebenso wichtig ist, wann gute und schlechte Börsenjahre eintreten.

Ein Kurseinbruch während der Ansparphase ist unangenehm, kann bei ausreichender Zeit aber häufig ausgeglichen werden. Ein Einbruch kurz nach dem Eintritt in den Ruhestand ist gefährlicher. Werden in einer solchen Phase größere Beträge aus dem Depot entnommen, müssen mehr Anteile zu niedrigen Kursen verkauft werden. Dieses Kapital kann an einer späteren Erholung nicht mehr teilnehmen.

Zwei Menschen können mit dem gleichen Anfangsvermögen und der gleichen durchschnittlichen Rendite sehr unterschiedliche Ergebnisse erzielen, wenn die Reihenfolge der Jahresergebnisse voneinander abweicht.

Deshalb braucht eine Entnahmestrategie mehrere Bausteine:

Eine ausreichende Liquiditätsreserve für planbare Ausgaben

Eine sinnvolle Verteilung des Vermögens auf unterschiedliche Anlageformen

Klare Regeln für Entnahmen

Eine Strategie für schwache Börsenphasen

Regelmäßige Anpassungen an die tatsächliche Entwicklung

Wer im Ruhestand investiert bleibt, muss Kursschwankungen aushalten können. Wer jedes Risiko vermeiden möchte, muss dagegen mit einer geringeren Rendite und einem höheren Kaufkraftverlust rechnen. Die richtige Lösung liegt meist nicht in einem Extrem, sondern in einer durchdachten Kombination.

Der siebte Denkfehler: Ein einmal berechneter Plan gilt für immer

Eine Ruhestandsplanung ist keine Rechnung, die einmal erstellt und anschließend für 25 Jahre abgeheftet wird.

Das Leben verändert sich. Einkommen entwickeln sich anders als erwartet. Immobilien benötigen Reparaturen. Beziehungen beginnen oder enden. Angehörige werden pflegebedürftig. Erbschaften fallen höher oder niedriger aus. Kapitalmärkte schwanken. Steuergesetze und Sozialabgaben ändern sich.

Auch die eigenen Wünsche können sich verändern. Vielleicht soll der Ruhestand früher beginnen. Vielleicht macht die Arbeit weiterhin Freude. Vielleicht entsteht der Wunsch nach einem Umzug, einer längeren Reise oder einer größeren Unterstützung der nächsten Generation.

Ein belastbarer Plan muss deshalb regelmäßig überprüft werden. Dabei geht es nicht darum, auf jede Nachricht aus Politik oder Wirtschaft hektisch zu reagieren. Entscheidend ist, in angemessenen Abständen festzustellen, ob Ziele, Annahmen und tatsächliche Entwicklung noch zusammenpassen.

Warum mehr Informationen allein das Problem nicht lösen

Heute stehen mehr Informationen zur Altersvorsorge zur Verfügung als jemals zuvor. Rentenbescheide, Kundenportale, Vergleichsrechner, Depotübersichten und die Digitale Rentenübersicht erleichtern den Zugang zu wichtigen Daten.

Das ist ein großer Fortschritt. Trotzdem entsteht aus mehr Information nicht automatisch eine bessere Entscheidung.

Eine von der Deutschen Rentenversicherung veröffentlichte wissenschaftliche Untersuchung zeigt, dass zusätzliche Altersvorsorgeinformationen das Wissen verbessern können. Die Auswirkungen auf das tatsächliche Verhalten sind jedoch nicht immer eindeutig. Besonders wirksam erscheinen verständliche Informationen, konkrete Handlungsmöglichkeiten und eine nutzerfreundliche Aufbereitung.

Das entspricht meiner Erfahrung aus vielen Beratungsgesprächen.

Die meisten Menschen scheitern nicht daran, dass ihnen eine weitere Zahl fehlt. Sie scheitern daran, die vielen Zahlen richtig einzuordnen, Annahmen zu treffen, Zielkonflikte zu lösen und daraus konkrete Entscheidungen abzuleiten.

Ein Rechner kann darstellen, wie sich ein Vermögen unter bestimmten Voraussetzungen entwickelt. Er kann aber nicht entscheiden, welche Voraussetzungen für einen bestimmten Menschen realistisch sind.

Was eine professionelle Ruhestandsplanung leisten sollte

Eine gute Ruhestandsplanung beginnt nicht mit einem Produkt. Sie beginnt mit dem Leben, das jemand führen möchte.

Am Anfang stehen deshalb persönliche Fragen:

Wann soll die berufliche Tätigkeit enden oder reduziert werden?

Welcher Lebensstandard soll erhalten bleiben?

Welche Wünsche sollen im Ruhestand verwirklicht werden?

Welche Menschen sollen finanziell abgesichert oder unterstützt werden?

Welches Vermögen soll später vererbt werden?

Wie wichtig sind planbare Einnahmen?

Wie viel Schwankung kann finanziell und emotional ausgehalten werden?

Erst danach folgt die finanzielle Bestandsaufnahme. Dazu gehören sämtliche Rentenansprüche, Versicherungen, Depots, Bankguthaben, Immobilien, Beteiligungen, Verbindlichkeiten und mögliche spätere Einnahmen.

Anschließend wird der voraussichtliche Bedarf ermittelt. Dabei sollten Inflation, Steuern, Krankenversicherung, Pflege, größere Anschaffungen und unterschiedliche Lebensphasen berücksichtigt werden.

Darauf aufbauend lassen sich verschiedene Szenarien rechnen. Was passiert bei einem früheren Ruhestand? Welche Folgen hat eine niedrigere Rendite? Wie verändert sich die Planung bei höherer Inflation? Reicht das Vermögen auch bei einem langen Leben? Welche Reserven bleiben bei unerwarteten Ausgaben?

Das Ergebnis sollte kein scheinbar exakter Endbetrag sein. Niemand kann die Zukunft auf den Euro genau vorhersagen. Sinnvoller ist ein finanzieller Korridor, innerhalb dessen der gewünschte Ruhestand mit hoher Wahrscheinlichkeit gestaltet werden kann.

Beratung bedeutet nicht automatisch Produktverkauf

Bei Ruhestandsplanung denken viele Menschen zunächst an den Abschluss einer Rentenversicherung oder den Kauf eines Fonds. Das greift zu kurz.

Ein Produkt kann Bestandteil einer Lösung sein. Es ist aber niemals die Planung selbst.

Manchmal besteht die beste Entscheidung darin, vorhandene Verträge weiterzuführen. Manchmal sollten Beiträge verändert, Kosten reduziert oder Risiken anders verteilt werden. Manchmal ist eine freiwillige Einzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung sinnvoll. In anderen Fällen stehen ein Wertpapierdepot, die Tilgung von Verbindlichkeiten oder die Strukturierung von Immobilienvermögen im Mittelpunkt.

Es kann auch richtig sein, zunächst gar nichts Neues abzuschließen.

Gute Beratung muss deshalb mit einer Analyse beginnen. Erst wenn Ziele, Versorgungslage, Vermögen, Risiken und steuerliche Rahmenbedingungen bekannt sind, lässt sich beurteilen, welche Maßnahmen geeignet sind.

Nicht das Produkt bestimmt den Plan. Der Plan bestimmt, ob überhaupt ein Produkt benötigt wird.

Besonders anspruchsvoll ist die Planung für Selbstständige und Unternehmer

Bei Angestellten bildet die gesetzliche Rentenversicherung häufig einen wesentlichen Teil des späteren Einkommens. Selbstständige und Unternehmer haben dagegen oft sehr unterschiedliche Vorsorgestrukturen.

Vermögen steckt möglicherweise im eigenen Unternehmen, in Immobilien, Versicherungen oder Wertpapierdepots. Die späteren Einkünfte sind weniger standardisiert. Hinzu kommen Fragen zur Unternehmensnachfolge, zum Verkauf des Betriebs, zur Absicherung der Familie und zur Verteilung des Vermögens.

Besonders riskant ist die Annahme, der Verkauf des Unternehmens werde den Ruhestand schon finanzieren. Ob ein geeigneter Käufer gefunden wird, welcher Preis tatsächlich erzielt werden kann und wann das Geld zur Verfügung steht, ist häufig ungewiss.

Eine vernünftige Planung sollte deshalb nicht von einem einzigen Ereignis abhängig sein. Das Unternehmen kann ein wichtiger Vermögenswert sein. Es sollte aber möglichst nicht die einzige Säule des Ruhestands darstellen.

Woran man eine belastbare Planung erkennt

Eine gute Ruhestandsplanung beantwortet mindestens folgende Fragen:

Wie hoch sind die voraussichtlichen Einnahmen nach Steuern und Abgaben?

Welcher monatliche und zusätzliche Kapitalbedarf besteht?

Wie wirkt sich die Inflation langfristig aus?

Wie lange muss das Vermögen voraussichtlich reichen?

Welche Vermögenswerte sind verfügbar und welche sind gebunden?

Welche Risiken bestehen bei schlechten Kapitalmarktphasen?

Welche Liquiditätsreserve wird benötigt?

Wie werden Gesundheit, Pflege und größere Ausgaben berücksichtigt?

Was geschieht mit Immobilien und Unternehmensvermögen?

Wie werden Partnerin, Partner und Familie abgesichert?

Welcher Teil des Vermögens soll verbraucht und welcher vererbt werden?

Wann und nach welchen Regeln wird der Plan überprüft?

Wenn diese Fragen nicht beantwortet sind, liegt meist noch keine Ruhestandsplanung vor, sondern lediglich eine Bestandsaufnahme.

Planung schafft nicht nur Sicherheit, sondern auch Freiheit

Ruhestandsplanung wird häufig als Abwehr von Altersarmut verstanden. Das ist ein wichtiger Teil, aber nicht der einzige.

Eine gute Planung soll nicht nur verhindern, dass das Geld ausgeht. Sie soll auch zeigen, was möglich ist.

Vielleicht ist ein früherer Ruhestand finanzierbar. Vielleicht kann die Arbeitszeit schon einige Jahre vorher reduziert werden. Vielleicht steht mehr Geld für Reisen, Familie oder persönliche Projekte zur Verfügung als gedacht. Vielleicht kann Vermögen bereits zu Lebzeiten übertragen werden, ohne die eigene Sicherheit zu gefährden.

Ohne Planung bleiben viele Menschen übervorsichtig. Sie haben Vermögen aufgebaut, trauen sich aber nicht, es zu nutzen. Andere geben zu viel aus, weil sie die langfristigen Folgen unterschätzen.

Beides kann Lebensqualität kosten.

Das Ziel ist deshalb nicht, möglichst viel Geld bis zum Lebensende unangetastet zu lassen. Das Ziel ist, das vorhandene Vermögen so einzusetzen, dass es zum eigenen Leben passt.

Aus Zahlen muss eine Entscheidung werden

Die meisten Menschen können ihre Renteninformationen lesen, Kontostände zusammentragen und vorhandene Verträge auflisten. Das ist eine wichtige Grundlage. Es ist aber noch nicht die eigentliche Arbeit.

Ruhestandsplanung bedeutet, aus unvollständigen Informationen vernünftige Annahmen zu entwickeln. Sie muss Sicherheit, Rendite, Liquidität, Steuern, Inflation, Lebensdauer und persönliche Wünsche miteinander verbinden. Vor allem muss sie auch dann noch funktionieren, wenn nicht alles nach Plan verläuft.

Genau deshalb ist es sinnvoll, sich rechtzeitig mit dem Thema zu beschäftigen und bei Bedarf fachkundige Unterstützung zu nutzen.

Nicht, weil Menschen grundsätzlich unfähig wären, ihre finanziellen Angelegenheiten zu verstehen. Sondern weil der Ruhestand zu wichtig ist, um ihn auf eine grobe Schätzung zu stützen.

Ich verkaufe keine Produkte, um anschließend daraus einen Plan zu basteln. Ich entwickle zuerst eine Strategie. Erst danach wird entschieden, welche vorhandenen Lösungen passen, was verändert werden sollte und ob überhaupt etwas Neues benötigt wird.

Denn am Ende zählt nicht, wie viele Verträge jemand besitzt.

Entscheidend ist, ob das Geld zum Leben passt und ein Leben lang reicht.

Menschen im besten Alter: Warum gerade jetzt gute Finanzberatung wichtiger wird

27. Juni 2026 in Altersvorsorge, Erben und Schenke, Gesetzliche Pflegeversicherung, Investmentfonds, Newsletter, Steuern, Vermögensanlage

Es gibt Lebensphasen, in denen einzelne Finanzentscheidungen besonders viel Gewicht haben. Der Berufseinstieg gehört dazu. Die Familiengründung auch. Der Immobilienkauf ohnehin. Doch eine Phase wird in ihrer Bedeutung oft unterschätzt: die Jahre rund um den Ruhestand.

Gerade Menschen im besten Alter stehen heute an einem Punkt, an dem viele finanzielle Themen gleichzeitig zusammenlaufen. Das Erwerbsleben neigt sich dem Ende zu oder ist bereits beendet. Lebensversicherungen werden fällig. Immobilien sind oft abbezahlt. Kinder sind erwachsen. Erbschaften stehen an oder wurden bereits empfangen. Gleichzeitig rücken Fragen in den Vordergrund, die früher weit weg schienen: Wie lange reicht mein Geld? Wie organisiere ich mein Vermögen im Ruhestand? Was passiert, wenn Pflege notwendig wird? Und wie kann ich mein Vermögen geordnet an die nächste Generation weitergeben?

Diese Generation hat viel aufgebaut. Sie hat gearbeitet, gespart, investiert, Kredite getilgt, Familien getragen und Unternehmen mitgeprägt. Viele gehören heute zu den vermögendsten privaten Haushalten in Deutschland. Nicht immer in Form großer Kontoguthaben, aber sehr oft in Form von Immobilien, Lebensversicherungen, Rentenansprüchen, Wertpapierdepots, Betriebsvermögen oder angespartem Kapital.

Gerade deshalb geht es jetzt nicht mehr nur um Vermögensaufbau. Es geht um Struktur, Übersicht und Planung.

Aus Vermögensaufbau wird Vermögensorganisation

In jüngeren Jahren steht meist eine einfache Frage im Vordergrund: Wie baue ich Vermögen auf?

Bei Menschen im besten Alter verschiebt sich diese Frage. Jetzt geht es eher darum, vorhandenes Vermögen sinnvoll zu ordnen. Aus vielen Einzelentscheidungen der vergangenen Jahrzehnte ist häufig ein finanzielles Gesamtbild entstanden, das nicht immer auf den ersten Blick verständlich ist.

Da gibt es vielleicht eine gesetzliche Rente, eine betriebliche Altersversorgung, eine private Rentenversicherung, eine alte Lebensversicherung, ein Depot, mehrere Konten, eine selbst genutzte Immobilie, vielleicht eine vermietete Wohnung und zusätzlich noch Rücklagen für größere Ausgaben. Jedes Element hat seine eigene Geschichte. Aber nicht immer ergibt daraus automatisch ein guter Plan.

Genau hier beginnt gute Finanzberatung.

Es reicht nicht, einzelne Produkte zu betrachten. Entscheidend ist die Frage, wie alles zusammenwirkt. Welche Einnahmen kommen regelmäßig? Welche Ausgaben sind sicher? Welche Risiken müssen abgefedert werden? Wie viel Liquidität sollte verfügbar bleiben? Welche Anlagen passen noch zur Lebensphase? Und welche Entscheidungen sollten besser nicht dem Zufall überlassen werden?

Ruhestand bedeutet nicht Stillstand

Viele Menschen verbinden den Ruhestand immer noch mit dem Gedanken, dass das finanzielle Leben dann einfacher wird. Das Gegenteil ist oft der Fall.

Im Erwerbsleben kommt monatlich Einkommen. Im Ruhestand muss Einkommen organisiert werden.

Das klingt banal, ist aber ein großer Unterschied. Wer jahrzehntelang gearbeitet hat, kennt den regelmäßigen Gehaltseingang. Im Ruhestand besteht das Einkommen dagegen oft aus mehreren Bausteinen. Gesetzliche Rente, Betriebsrente, private Renten, Mieteinnahmen, Kapitalerträge und Entnahmen aus Vermögen müssen sinnvoll aufeinander abgestimmt werden.

Dabei sollte eine zentrale Frage beantwortet werden: Wie kann aus Vermögen ein verlässlicher Zahlungsstrom entstehen, ohne das Kapital vorschnell aufzubrauchen?

Wer hier keinen Plan hat, entscheidet oft aus dem Bauch heraus. Manche lassen zu viel Geld unverzinst auf dem Konto liegen. Andere gehen zu hohe Risiken ein, weil sie die Inflation unterschätzen. Wieder andere verbrauchen Kapital ungeordnet und merken erst spät, dass Reserven fehlen.

Eine gute Ruhestandsplanung schafft Klarheit. Sie zeigt, welche Mittel wirklich zur Verfügung stehen, wie lange das Vermögen voraussichtlich reicht und welche Spielräume bestehen. Das gibt Sicherheit. Und Sicherheit ist gerade in dieser Lebensphase kein Luxus, sondern eine Grundlage für gute Entscheidungen.

Die alte Lebensversicherung ist oft kein Endpunkt

Viele Menschen im besten Alter haben klassische Lebensversicherungen abgeschlossen. Damals galten sie als solide, sicher und planbar. Für viele Verträge war das auch richtig. Nun erreichen zahlreiche Policen ihre Fälligkeit. Plötzlich steht eine größere Summe zur Verfügung.

Das wirkt zunächst erfreulich. Gleichzeitig entsteht aber eine neue Frage: Was passiert jetzt mit diesem Geld?

Einfach auf dem Girokonto liegen lassen ist selten eine gute Lösung. Die Inflation arbeitet weiter. Auch im Ruhestand. Gleichzeitig ist es nicht sinnvoll, das gesamte Kapital unüberlegt in schwankungsreiche Anlagen zu investieren. Es braucht eine Strategie, die zum Bedarf, zur Risikobereitschaft, zum Zeithorizont und zur persönlichen Lebensplanung passt.

Manchmal ist eine Aufteilung sinnvoll. Ein Teil bleibt kurzfristig verfügbar. Ein Teil wird für planbare Ausgaben reserviert. Ein weiterer Teil kann langfristiger angelegt werden. Entscheidend ist nicht das einzelne Produkt, sondern die Funktion des Geldes.

Geld ohne Aufgabe wird oft falsch angelegt. Geld mit klarer Aufgabe kann sinnvoll strukturiert werden.

Immobilienvermögen braucht einen eigenen Plan

Viele Menschen im besten Alter besitzen Immobilien. Häufig ist das Eigenheim abbezahlt. Für viele ist es mehr als ein Vermögenswert. Es ist Lebensleistung, Sicherheit, Erinnerung und Heimat.

Gerade deshalb fällt es vielen schwer, nüchtern darüber zu sprechen. Trotzdem ist es wichtig.

Eine Immobilie kann im Ruhestand entlasten, weil keine Miete gezahlt werden muss. Sie kann aber auch Kapital binden. Reparaturen, Modernisierung, altersgerechter Umbau, energetische Anforderungen und laufende Kosten bleiben bestehen. Wer mehrere Immobilien besitzt, hat zusätzlich Verwaltungsaufwand, Mietrisiken und steuerliche Themen.

Auch die Frage der späteren Übertragung sollte nicht aufgeschoben werden. Immobilien sind oft schwer teilbar. Wenn mehrere Kinder erben, kann aus Vermögen schnell Konflikt entstehen. Einer möchte behalten, einer verkaufen, einer auszahlen. Wenn keine Liquidität vorhanden ist, wird aus einer gut gemeinten Erbschaft manchmal ein Problem.

Deshalb gehört Immobilienvermögen in jede ernsthafte Finanzplanung. Nicht nur mit dem Verkehrswert, sondern mit allen Folgen: Liquidität, Instandhaltung, familiäre Situation, steuerliche Fragen und persönlicher Wunsch.

Pflege ist kein Randthema

Viele Menschen beschäftigen sich ungern mit Pflege. Das ist verständlich. Niemand plant gern den Verlust von Selbstständigkeit. Aber genau deshalb wird das Thema oft zu spät besprochen.

Pflegebedürftigkeit kann finanziell erhebliche Auswirkungen haben. Es geht nicht nur um Heimkosten. Auch Unterstützung zu Hause, Umbauten, Betreuung, zusätzliche Dienstleistungen und Entlastung der Angehörigen können viel Geld kosten.

Wer früh plant, gewinnt Handlungsspielraum. Wer spät reagieren muss, hat oft weniger Optionen.

Dabei geht es nicht darum, Angst zu machen. Es geht um Verantwortung. Wer sich mit Pflegekosten beschäftigt, schützt nicht nur sich selbst, sondern auch die eigene Familie. Kinder sollen später möglichst nicht unter Druck entscheiden müssen. Partnerinnen und Partner sollen wissen, welche Mittel vorhanden sind. Vollmachten, Patientenverfügung und finanzielle Reserven gehören deshalb zusammen gedacht.

Ein Vermögen, das im Ruhestand Sicherheit geben soll, muss auch die Möglichkeit von Pflege berücksichtigen.

Erben und Schenken: Gute Absichten reichen nicht

Viele Menschen im besten Alter möchten Vermögen weitergeben. An Kinder, Enkel oder andere nahestehende Menschen. Das ist nachvollziehbar. Wer etwas aufgebaut hat, möchte, dass es in gute Hände kommt.

Doch auch hier gilt: Gute Absichten ersetzen keine Planung.

Schenkungen zu Lebzeiten können sinnvoll sein. Sie können steuerliche Vorteile haben, Verantwortung früh übertragen und Klarheit schaffen. Sie können aber auch Risiken erzeugen, wenn die eigene Versorgung nicht ausreichend gesichert ist. Wer zu früh zu viel abgibt, verliert unter Umständen finanzielle Freiheit.

Auch ein Testament allein löst nicht alle Fragen. Wer bekommt was? Wie werden Geschwister gerecht behandelt, wenn eine Immobilie im Spiel ist? Gibt es ausreichend Liquidität? Was passiert mit Depots, Versicherungen und Konten? Sind Bezugsrechte aktuell? Passen Vorsorgevollmacht und Testament zusammen?

Vermögensübertragung ist kein Formular. Sie ist ein Prozess.

Gute Beratung hilft dabei, diesen Prozess geordnet zu beginnen. Nicht als Ersatz für Steuerberatung oder Rechtsberatung, sondern als finanzielle Strukturierung. Denn bevor juristische oder steuerliche Details entschieden werden, muss klar sein, was überhaupt erreicht werden soll.

Sicherheit und Rendite müssen neu austariert werden

Viele Menschen im besten Alter sind sicherheitsorientiert. Das ist nachvollziehbar. Wer sein Vermögen über Jahrzehnte aufgebaut hat, möchte es nicht leichtfertig aufs Spiel setzen.

Gleichzeitig bedeutet Sicherheit heute etwas anderes als früher. Geld auf dem Konto fühlt sich sicher an, verliert aber durch Inflation an Kaufkraft. Eine zu defensive Anlage kann langfristig ebenfalls riskant sein. Umgekehrt passt eine zu offensive Strategie nicht zu jedem Ruhestandsplan.

Die zentrale Frage lautet deshalb nicht: Sicherheit oder Rendite?

Die bessere Frage lautet: Welche Risiken kann ich tragen, welche muss ich vermeiden und welche sollte ich bewusst eingehen?

Für kurzfristige Ausgaben braucht es Stabilität. Für mittelfristige Ziele braucht es Planung. Für langfristiges Vermögen kann auch im Ruhestand Wachstum sinnvoll sein. Viele Menschen unterschätzen, dass der Ruhestand nicht nur wenige Jahre dauert. Wer mit Anfang oder Mitte 60 in den Ruhestand geht, kann noch 25 oder 30 Jahre planen müssen.

Das ist ein langer Zeitraum. Und für lange Zeiträume braucht Vermögen eine Struktur, die Kaufkraft erhalten kann.

Die eigene Lebensqualität gehört in den Mittelpunkt

Finanzberatung für Menschen im besten Alter darf nicht nur aus Zahlen bestehen.

Es geht auch um Lebensqualität. Reisen, Hobbys, Familie, Gesundheit, Wohnen, Unterstützung der Kinder, Zeit mit den Enkeln, Kultur, Bildung, Ehrenamt oder ein später beruflicher Neustart. Der Ruhestand ist nicht nur ein finanzieller Zustand. Er ist eine Lebensphase.

Deshalb sollte eine gute Planung nicht mit der Frage beginnen, welches Produkt gekauft werden soll. Sie sollte mit der Frage beginnen, wie das Leben aussehen soll.

Was möchten Sie sich leisten können? Was soll auf keinen Fall passieren? Welche Verpflichtungen bestehen? Wem möchten Sie helfen? Welche Wünsche wurden immer aufgeschoben? Wie wichtig ist Verfügbarkeit? Wie wichtig ist Sicherheit? Wie wichtig ist es, Vermögen zu erhalten?

Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, kann man sinnvoll über Anlagen, Versicherungen, Entnahmen und Übertragungen sprechen.

Warum der Blick von außen so wertvoll ist

Viele Menschen haben ihre Finanzen über Jahrzehnte selbst geregelt. Das verdient Respekt. Trotzdem kann ein professioneller Blick von außen gerade jetzt sehr wertvoll sein.

Nicht, weil man plötzlich alles anders machen muss. Sondern weil sich die Fragestellungen ändern.

Aus Sparen wird Entnehmen. Aus Absicherung der Arbeitskraft wird Absicherung der Lebensqualität. Aus Vermögensaufbau wird Vermögenserhalt. Aus einzelnen Verträgen wird ein Gesamtkonzept. Aus dem Wunsch, irgendwann etwas zu vererben, wird die konkrete Frage, wie Vermögen sinnvoll übertragen werden kann.

Oft zeigt eine strukturierte Analyse bereits nach kurzer Zeit, wo Handlungsbedarf besteht. Manchmal sind alte Verträge nicht mehr passend. Manchmal fehlen wichtige Vollmachten. Manchmal ist zu viel Geld unproduktiv geparkt. Manchmal ist das Depot nicht mehr auf die Lebensphase abgestimmt. Manchmal sind Bezugsrechte veraltet. Und manchmal fehlt einfach nur eine klare Übersicht.

Diese Übersicht ist der erste Schritt zu besseren Entscheidungen.

Es geht nicht um Produkte. Es geht um Ihren Plan.

Ich bin überzeugt: Gute Finanzberatung beginnt nicht mit einem Produkt, sondern mit Zuhören.

Gerade Menschen im besten Alter brauchen keine standardisierten Lösungen. Sie brauchen eine Beratung, die ihre Lebensleistung respektiert und ihre aktuelle Lebensphase ernst nimmt. Wer 40 Jahre gearbeitet, gespart und Verantwortung übernommen hat, sollte nicht mit pauschalen Empfehlungen abgespeist werden.

Es geht um Fragen wie:

Wie sichere ich meinen Lebensstandard im Ruhestand?

Wie lege ich frei werdendes Kapital sinnvoll an?

Wie viel Risiko passt noch zu mir?

Wie bleibe ich liquide, ohne Vermögen unnötig zu entwerten?

Wie schütze ich mich und meine Familie vor finanziellen Folgen von Pflege?

Wie übertrage ich Vermögen an die nächste Generation, ohne meine eigene Sicherheit zu gefährden?

Wie vermeide ich Streit, Unklarheit und schlechte Entscheidungen unter Zeitdruck?

Das sind keine Nebenthemen. Es sind zentrale Fragen einer Generation, die viel aufgebaut hat und nun vor wichtigen Weichenstellungen steht.

Der richtige Zeitpunkt ist jetzt

Viele Finanzthemen werden aufgeschoben, weil sie nicht dringend wirken. Doch genau das ist gefährlich. Solange noch kein Druck besteht, kann man in Ruhe planen. Wenn der Pflegefall eingetreten ist, wenn Kapital bereits falsch angelegt wurde, wenn Erben streiten oder wenn Verträge fällig werden, bleibt oft weniger Spielraum.

Der beste Zeitpunkt für eine gute Finanzplanung ist nicht dann, wenn alles brennt. Der beste Zeitpunkt ist, wenn man noch gestalten kann.

Wenn Sie zu den Menschen im besten Alter gehören, lohnt sich jetzt ein genauer Blick auf Ihre finanzielle Gesamtsituation. Nicht aus Sorge, sondern aus Klugheit. Nicht, weil alles unsicher ist, sondern weil gute Entscheidungen Vorbereitung brauchen.

Sie haben viel aufgebaut. Jetzt sollte dieses Vermögen auch zu Ihrem Leben passen.

Gerne unterstütze ich Sie dabei, Ihre finanzielle Situation zu ordnen, Ihre Möglichkeiten zu prüfen und einen Plan zu entwickeln, der zu Ihnen, Ihrer Familie und Ihren Zielen passt.

Gastbeitrag Private Altersvorsorge. Ein Gespräch mit Frank Rindermann – FRF Finanzmakler-Karlsruhe (http://www.finanzblog-frf.de)

8. November 2012 in Altersvorsorge

Heute einmal eine andere Sichtweise zum Thema private Altersvorsorge. Ich habe mit meinem Kollegen Frank Rindermann, der Spezialist für Ruhestandsplanung ist,  ein interessantes Gespräch geführt. Natürlich interessiert mich immer die Meinung von Kollegen, die genau wie ich auf bestimmte Sparten spezialisiert sind. Daher habe ich den Gesprächsverlauf für Sie nachskizziert:

Thomas Kliem:
Herr Rindermann, wie schätzen Sie als Spezialist für strategische Ruhestandsplanung heute die Dringlichkeit einer privaten Altersvorsorge in Deutschland ein?

FRF Finanzmakler – Frank Rindermann:

Dringlicher als je zuvor. Heute ist den meisten Menschen bekannt, dass das gesetzliche Rentensystem eigentlich bereits am Ende ist. Ohne die staatlichen Zuschüsse in die Rentenkasse – die übrigens aus Steuergeldern geleistet werden – könnten bereits heute keine Renten mehr ausgezahlt werden. Die Politik hat in den letzten Jahren deutlich darauf reagiert und in mehreren Rentenreformen z.B. Rentenanwartschaften nachhaltig gekürzt, rentenrechtliche Zeiten reduziert und gestrichen und Anreize zur privaten Vorsorge geschaffen. Alles ein deutliches Signal, dass nun auch die Politik das gesetzliche Rentensystem in Frage stellt.
Obwohl sich heute mehr Menschen – und auch jüngere Jahrgänge – durchaus Sorgen um Ihre Altersversorgung machen und auch bereit sind, dafür eigenes Geld in die Hand zu nehmen, wird die private Altersvorsorge eher unstrukturiert und oberflächlich betrieben. Es fehlt an deutlicher und ehrlicher Aufklärungsarbeit und vielen falschen Informationen, die von vielen Seiten lanciert werden.

Thomas Kliem:
Welche Fehler werden heute von Kunden in der privaten Altersvorsorge gemacht?

FRF Finanzmakler – Frank Rindermann:

Leider gleich mehrere Fehler. Zum einen wird die Rentenlücke noch immer komplett unterschätzt.

Zum anderen wird der notwendige Beitrag zur Deckung der Rentenlücke unterschätzt. Auch die Wirkung der Inflation wird meist gar nicht berücksichtigt. Ebenso die Steuerpflicht auf Rentenbezüge wird außer acht gelassen.

Im Ergebnis werden die meisten Verträge zur Altersvorsorge planlos abgeschlossen. Quasi dienen die meisten Abschlüsse nur der Befriedigung des schlechten Gewissens. Welche konkreten Ergebnisse diese Verträge zur „Ruhestandsplanung“ – wie wir die Altersvorsorge lieber bezeichnen –  beitragen, ist dem Verbraucher meist gar nicht bewusst.

Auch bieten noch immer zu viele Vermittler planlos Verträge an. Dabei denken die Vermittler eher an ihre eigene Brieftasche, als an eine professionelle Lösung eines Rentenproblems ihrer Kunden.

Thomas Kliem:
Worauf sollte ein Kunde bei der Beratung zur Ruhestandsplanung (Altersvorsorge) besonders achten und wie erkennt er einen „guten“ Berater?

FRF Finanzmakler – Frank Rindermann:

Ein Berater ist meist nicht in der Lage, die individuelle Altersvorsorge eines Kunden mit nur einem Produkt zu „erledigen“. Sinnvoll ist es ebenso wenig. Eine professionelle „Ruhestandsplanung“ muss systematisch und in mehreren Schritten erfolgen.

Thomas Kliem:
Welches sind Ihrer Meinung nach die systematischen Schritte innerhalb der Beratung zur Ruhestandsplanung (Altersvorsorge)?

FRF Finanzmakler – Frank Rindermann:

Sie ergeben sich eigentlich als logische Konsequenz:

  1. Erfassung der persönlichen Daten des Kunden.
  2. Erfassung aller bereits bestehenden Anwartschaften zum gewünschten Ruhestandstermin (z.B. gesetzliche Rentenanwartschaft; berufsständische Versorgungsanwartschaften; Pensionsansprüche (bei Beamten); private Vorsorgeverträge u.ä.)
  3. Festlegung der Grundlagedaten zur Ruhestandsplanung. (z.B. Beginn des gewünschten Ruhestandes; Höhe der angestrebten monatlichen Rentenbezüge (netto), Mindestdauer der Rentenbezüge bzw. erwartete Lebenserwartung; erwarteter Steuersatz bei Rentenbeginn; erwartete Rendite bis zum Rentenbeginn der Vertragsbeiträge; erwartete Rendite ab Rentenbeginn; Höhe der erwarteten durchschnittlichen Inflation u.ä.)
  4. Berechnung des notwendigen Kapitals mit den o.g. Grundlagedaten, um die gewünschte Nettorente zum gewünschten Rentenbeginndatum lebenslang finanzieren zu können.
  5. Berechnung der notwendigen monatlichen Beitragshöhe (oder des Einmalbeitrages), mit der – unter Berücksichtigung der o.g. Grundlagedaten – das berechnete Gesamtkapital erreicht wird.

Am Ende dieser Beratungsschritte erkennt jeder Kunde genau, wie hoch sein tatsächlicher Bedarf an Kapital ist, um sein gewünschtes Rentenziel zu erreichen. Gleichzeitig erkennt er, was er wirklich jeden Monat (oder einmalig) in seine Ruhestandsplanung investieren muss. Ebenso wird ihm die Wirkung von Inflation und der notwendigen Rendite anschaulich bewusst.

Thomas Kliem:
Welche Produkte eignen sich für die private Altersvorsorge besonders?

FRF Finanzmakler – Frank Rindermann:

Diese Frage ist nicht pauschal zu beantworten. Zuerst sollten Daten zum persönlichen Umfeld des Kunden und zur persönlichen Lebensplanung erfasst und berücksichtigt werden. Weiterhin müssen die individuellen Präferenzen an mögliche Produkte und die gewünschten Vertragsoptionen geklärt werden, die der Kunde benötigt bzw. wünscht. Vor der Auswahl des geeigneten Produktes ist jedoch noch die Frage nach der geeigneten „Vorsorgeschicht“ zu klären.

Thomas Kliem:
Und welche Vorsorgeschichten gibt es?

FRF Finanzmakler – Frank Rindermann:

Wir haben heute bekanntlich das 3-Schichten-Modell der Altersvorsorge:

Zur Schicht 1 gehören die gesetzliche Rentenversicherung sowie die Basis-Rente (Rürup-Rente).

In der Schicht 2 sind die Riester-Rente und die betriebliche Altersvorsorge (bAV) zu finden. Diese ersten zwei Schichten haben den Vorteil der staatlichen Subvention in Form von steuerlicher Absetzbarkeit der Beiträge innerhalb bestimmter Höchstsätze und – bei der Riester-Rente – direktem Zufluss von Förderbeiträgen. Im Gegenzug werden die Renten bei Rentenbezug jedoch zu 100% versteuert. Weiterhin werden die Renten dieser zwei Schichten in relativ enge Korsetts staatlicher Bedingungen gezwängt, was eine flexible Gestaltung dieser Renten nicht möglich macht. Schließlich gibt es die Schicht 3, zu der alle übrigen privaten Verträge zur Altersvorsorge gehören. Hier besteht eine nahezu unbegrenzte Flexibilität in Bezug auf Vertragsoptionen und Kundenwünschen. Da die Beiträge dieser Verträge der 3. Schicht aus bereits versteuertem Nettogehalt aufgewendet werden müssen, sind die Renten nur mit einem Bruchteil der Bezüge zu versteuern (Ertragsanteilbesteuerung).

Thomas Kliem:
Wie kann ein Kunde entscheiden, welche der Schichten für ihn interessant sind?

FRF Finanzmakler – Frank Rindermann:

Ganz ehrlich ? Das kann er selbst kaum. Er ist auf professionelle Beratung und Beratungssoftware angewiesen, welche in der Lage ist, alle steuerlichen Aspekte während der Laufzeit und ab Rentenbeginn zu berücksichtigen. Erst so ist – durch einen direkten Vergleich des Nettoaufwands bei gleicher Ziel-Rentenhöhe – zu erkennen, welche Schicht für den jeweiligen Kunden am rentabelsten ist. Darüber hinaus muss dann noch die relevante Schicht zu seiner Lebensplanung und seinen Produkt-Ansprüchen passen.

Thomas Kliem:
Aber noch ist nicht klar, welches Produkt für den Kunden sinnvoll ist, oder?

FRF Finanzmakler – Frank Rindermann:

Richtig. Erst wenn alle oben angesprochenen Beratungsschritte vollzogen sind, kann das eigentliche Produkt gesucht und auch gefunden werden. Dabei muss entschieden werden, ob der Kunde klassische oder fondsgebundene Produkte wünscht und welche Optionen der spätere Vertrag anbieten muss. Hier sind beispielhaft mögliche Todesfallabsicherungen während der Vertragslaufzeit zu nennen oder ab Rentenbeginn. Auch die Art und die Höhe solcher Hinterbliebenenversorgungen können gewünscht sein. Ebenso können Hinterbliebenenrenten gewünscht werden oder Teilkapitalisierungen während der Laufzeit oder ab Rentenbeginn.

Thomas Kliem:
Wie unterscheiden sich klassische von fondsgebundenen Produkten?

FRF Finanzmakler – Frank Rindermann:

Klassische Produkte haben die Eigenheit, dass die Kapitalanlage bei der jeweiligen Versicherungsgesellschaft bleibt. Diese Kapitalanlagen sind gesetzlich reglementiert und unterliegen strengen Kontrollen. Durch die Begrenzung auf maximal 30% der Kapitalanlagen in Aktien und die Vorschrift überwiegend in sichere Zinsanlagen zu investieren, kann die Versicherung – gerade in Zeiten geringer Zinsen wie in diesen Jahren – keine Rendite erwirtschaften, die deutlich über der Inflationsrate liegt. Die tatsächlich durchschnittliche Höhe der Kapitalanlagen deutscher Versicherer in Aktien liegt aktuell bei ca. 5%. Auch dadurch sind Gesamtüberschusssätze der Versicherer aktuell kaum über 4,0 % zu finden. Die echte Beitragsrendite (Rendite bezogen auf die gezahlten Beiträge)  ist – durch Risiko-, Abschluss- und Vertragskosten – dabei noch viel geringer. Geworben wird aber von den Versicherern immer nur mit den Überschusssätzen, die sich jedoch nur auf das tatsächliche Deckungskapital bezieht und eben nicht auf die Summe aller gezahlten Beiträge.

Thomas Kliem:
Welches sind denn Beispiele für klassische Produkte?

FRF Finanzmakler – Frank Rindermann:

Hier sind Kapitallebensversicherungen und Rentenversicherungen zu nennen. Kapitallebensversicherungen kennen wohl alle Verbraucher. Dass diese Verträge für eine Altersvorsorge nicht geeignet sind, wissen nur die wenigsten. Dabei sollte es jedem klar sein, dass hier Beiträge bezahlt werden, die nicht nur der Altersvorsorge dienen können. Teile des Beitrages werden hier nämlich für die Todesfallsumme benötigt und für die Vertragskosten. Wenn Altersvorsorge betrieben werden soll, muss ich nicht für meinen Todesfall vorsorgen. Dieses Risiko ist doch – viel günstiger – über separate Verträge (Risikolebensversicherungen) – zu erhalten. Wenn also die „sichere“ Anlage einer Versicherung anvertraut werden soll, bzw. die Verwaltung der Kapitalanlage, die ja immerhin die Höhe des Rentenkapitals bestimmt, dann bitte lieber eine Rentenversicherung.

Thomas Kliem:
Und was sind fondsgebundene Produkte?

FRF Finanzmakler – Frank Rindermann:

Wie der Name anzeigt, handelt es sich um Produkte – auch hier sind Rentenversicherungen den Lebensversicherungen vorzuziehen – bei der die Kapitalanlage nicht von der Versicherung bestimmt wird, sondern vom Kunden selbst. Hier bestimmt der Kunde individuell die Anlage der Beitragsteile, die der Kapitalbildung dienen (ebenfalls nach Risiko- und Vertragskosten) in Investmentfonds. Je nach Risikoneigung und Renditeerwartungen kann der Kunde bei den „guten“ Produkten aus einer Vielzahl von Fonds (70 und mehr) aus verschiedenen Fondsklassen (Aktien-, Renten-, Immobilien-, Misch-, Dachfonds etc.) seine Anlage selbst zusammenstellen oder auch vorgegebene Aufteilungen wählen. Dabei ist ein jederzeitiger Wechsel der Fonds oder der vorgegebenen Aufteilungen möglich. Meist sogar mehrfach pro Jahr und kostenfrei. So kann jederzeit relativ schnell auf geänderte Situationen der Wirtschaft – die eventuell Auswirkungen auf die Kursentwicklung der Fonds haben kann – reagiert werden. Ebenso kann so einige Jahre vor Rentenbeginn ein bestehendes Anlagerisiko reduziert werden oder ein bestimmter Vertragsstand (z.B. hohe Gewinne innerhalb der Policenfonds) gesichert werden.

Thomas Kliem:
Sind aber Investmentfonds nicht zu riskant als Anlage für die Altersvorsorge?

FRF Finanzmakler – Frank Rindermann:

Ganz klar „Nein“!

Wir sprechen in der Regel über Vertragslaufzeiten bis zum Rentenbeginn von 25 Jahren und wesentlich mehr. Jedes Kursrisiko – wohlgemerkt „guter“ Fonds – relativiert sich über einen solchen Zeitraum. Kurseinbrüche sind – und waren – immer auch Chancen, um gute Werte günstig zu kaufen. Weiterhin kaufen Sie in Zeiten sinkender Kurse bei monatlich gleichem Beitrag die Fondsanteile immer billiger ein. Steigen die Kurse wieder kaufen sie weniger Anteile. Die günstig gekauften Anteile steigen dabei an Wert. Dieses wird als „cost-average-effect“ bezeichnet (Durchschnittskosteneffekt).

Es gibt noch einen wichtigen Grund, warum in der Regel auf fondsgebundene Produkte zurück gegriffen werden muss.

Thomas Kliem:
Sie meinen, der Kunde „muss“ fondsgebundene Rentenversicherungen abschließen?

FRF Finanzmakler – Frank Rindermann:

Auch hier ein bestimmtes „Ja“. Das sollte für die meisten der Produkte für die Altersvorsorge, die der Verbraucher anschafft vorgesehen werden. Wie wir festgestellt haben, bieten konventionelle Produkte nur eine geringe Nettorendite nach Inflation. Um ein bestimmte Rentenziel zu erreichen, kann aber nur an 2 „Schrauben“ gedreht werden. Formulieren wir es einfach:

Stellschraube1: Sparbeitrag

Wenn wir „hinten“ (bei Rentenbeginn) eine bestimmte Summe „herausholen“ möchten, müssen wir „vorn“ (also während der Sparphase) eine bestimmte Summe hinein stecken (also Beiträge sparen). Die Beitragshöhe ist aber bei nahezu jedem Verbraucher endlich; soll heißen, nicht in unbegrenzter Höhe zu leisten. Der Verbraucher kann nur für das Alter sparen, was er – nach Abzug der Lebenshaltungs- und sonstiger Kosten – übrig hat. Dadurch ist die Summe „hinten“ aber auch begrenzt, die wir als Rente erhalten können.

Stellschraube2: Rendite

Die zweite „Schraube“ die wir zur Verfügung haben, ist die Rendite. Je höher die Rendite (Verzinsung oder Gewinn), desto höher das Endkapital (hier: die Rente).

Weil also „Schraube 1“ (Beitragshöhe) nicht unendlich anzuziehen ist, sind wir fast gezwungen auf eine höhere Rendite in der Altersvorsorge zu bauen, um das Rentenziel zu erreichen. Und nennenswerte Nettorenditen sind eben nur über Anlagen in Börsenwerte (hier: Investmentfonds) zu erzielen.

Thomas Kliem:
Womit kann denn ein Kunde bei fondsgebundenen Rentenversicherungen rechnen?

FRF Finanzmakler – Frank Rindermann:

Es ist belegbar, dass guten Fondsdepots nach langen Laufzeiten durchschnittlichen Nettorenditen von 8-10% p.a. erreicht haben. Solche Fondsdepots können auch in guten fondsgebundenen Rentenversicherungen zusammen gestellt werden. Selbst nach Vertragskosten sind so Nettorenditen von 7% realistisch. Wir erstellen alle Hochrechnungen aus Gründen der Sicherheit mit nur 6% p.a. So ist sicher gestellt, dass das Rentenziel unserer Kunden mit hoher Wahrscheinlichkeit auch erreicht werden kann.

Thomas Kliem:
Warum stapeln Sie tief bei Ihren Hochrechnungen?

FRF Finanzmakler – Frank Rindermann:

Das das tue ich gar nicht. Wenn wir Hochrechnungen mit einer durchschnittlichen Performance von 6% p.a. durchführen, wissen wir, dass die echte Fondsrendite noch höher sein muss, da ja die Fondskosten innerhalb der Police noch zu berücksichtigen sind, die die Nettorendite schmälern. Um ein Nettoergebnis von 6% zu erreichen, müssen die Fonds inkl. Fondskosten eine Bruttorendite von ca. 7 – 8% p.a. erzielen. Hier sind wir wieder bei einer durchaus realistischen Betrachtung von möglichen Renditen. Um das Rentenziel des Kunden zu erreichen, dann ist jedes Zehntel-Prozent mehr sehr willkommen. Zum einen denken wir, dass der Kunde ohnehin mehr Rente benötigt als er heute denkt, wenn er sich nicht einschränken möchte. Zum anderen ist dieser „Risikopuffer“ wichtig. Sprechen wir heute von 7% (Bruttorendite) p.a., dann erinnert sich der Verbraucher später auch an 7% p.a. Sollten es dann „nur“ 6% gewesen sein, fühlt er sich vielleicht nicht gut. Wie aber wird er denken, wenn er 7% erwartet aber 8% erhält?

Thomas Kliem:
Herr Rindermann, vielen Dank für das Gespräch!