Das neue Altersvorsorgedepot verbindet staatliche Förderung mit den Chancen des Kapitalmarkts. Wer langfristig in breit gestreute ETF investiert, kann am wirtschaftlichen Erfolg vieler Unternehmen teilhaben. Der Verzicht auf eine Beitragsgarantie eröffnet dafür mehr Spielraum.
Das Altersvorsorgedepot ab 2027 wirft aber auch wichtige Fragen auf: Lässt sich ein bestehender Riester Vertrag übertragen? Was erhalten Hinterbliebene? Und ist ein Auszahlungsplan wirklich besser als eine lebenslange Versicherungsrente?
Diese Fragen gehören zusammen. Eine gute Altersvorsorge muss nicht nur Kapital aufbauen. Sie muss später auch Einkommen bereitstellen, solange es benötigt wird.
Altersvorsorgedepot ab 2027: Was beschlossen wurde
Die Reform wurde am 27. März 2026 vom Bundestag beschlossen. Der Bundesrat stimmte am 8. Mai 2026 zu. Die neuen Produkte sollen ab dem 1. Januar 2027 angeboten werden.
Neu ist insbesondere ein gefördertes Altersvorsorgedepot ohne Beitragsgarantie. Daneben bleiben Produkte mit einer Garantie von 80 oder 100 Prozent der Beiträge einschließlich Zulagen möglich. Bundesregierung
Welche Lösung passt, hängt nicht allein vom Sicherheitsbedürfnis ab. Auch Laufzeit, Kosten, weitere Renteneinkünfte und die spätere Verwendung des Kapitals sind entscheidend.
Fakt: Die neue Produktwelt ermöglicht eine geförderte Kapitalanlage ohne Beitragsgarantie.
Einordnung: Das eröffnet höhere Renditechancen, beseitigt aber weder Börsenrisiken noch die Notwendigkeit einer sorgfältigen Produktauswahl.
Mögliche Schlussfolgerung: Nicht die höchste Garantie oder Zulage sollte den Ausschlag geben, sondern die gesamte Ruhestandsplanung.
Warum der Verzicht auf eine Garantie Chancen eröffnet
Eine Beitragsgarantie muss finanziert werden. Soll ein Anbieter zu einem bestimmten Zeitpunkt mindestens die eingezahlten Beiträge zurückzahlen können, begrenzt das seinen Spielraum für risikoreichere Anlagen.
Gerade bei langen Laufzeiten kann eine Garantie deshalb einen Preis haben: Ein größerer Anteil des Kapitals fließt in schwankungsärmere Anlagen, statt langfristig an den Ertragschancen von Unternehmen teilzunehmen.
Ohne Beitragsgarantie kann ein höherer Aktienanteil gehalten werden. Das bedeutet nicht, dass eine Garantie grundsätzlich schlecht ist. Es bedeutet, dass Sicherheit und Renditechance gegeneinander abgewogen werden müssen.
Zudem schützt eine nominale Garantie nicht vor Inflation. Werden nach Jahrzehnten lediglich die eingezahlten Beträge zurückgezahlt, kann deren Kaufkraft erheblich gesunken sein.
Was eine langfristige ETF Anlage leisten kann
Ein ETF ist ein börsengehandelter Fonds. Ein breit gestreuter Aktien ETF kann Anteile an vielen Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen und Ländern enthalten.
Anleger beteiligen sich damit nicht nur an einzelnen Börsenkursen, sondern an Unternehmen, die Produkte entwickeln, Dienstleistungen anbieten, Gewinne erzielen und Dividenden ausschütten.
Für den langfristigen Vermögensaufbau sind insbesondere vier Eigenschaften interessant:
Breite Streuung
Der wirtschaftliche Misserfolg eines einzelnen Unternehmens hat weniger Einfluss auf das gesamte Portfolio. Eine breite Streuung verhindert allerdings keine Verluste des gesamten Aktienmarkts.
Niedrige laufende Fondskosten
Viele Indexfonds kommen ohne aufwendige Einzeltitelauswahl aus. Das kann die Kosten reduzieren. Beim Altersvorsorgedepot müssen zusätzlich die Kosten des Vertrags betrachtet werden.
Wiederanlage der Erträge
Wer Ausschüttungen wieder investiert, erhöht sein angelegtes Kapital. Spätere Erträge entstehen dann auch auf bereits erzielte Erträge. Dieser Zinseszinseffekt wird mit zunehmender Laufzeit wichtiger.
Ein nachvollziehbares Vorgehen
Eine einfache, breit gestreute Strategie kann leichter durchgehalten werden als ein Portfolio aus zahlreichen Einzelaktien und wechselnden Börsenideen.
Die größte Stärke einer langfristigen ETF Anlage liegt deshalb nicht im Versuch, den nächsten Gewinner zu finden. Sie liegt darin, über viele Jahre investiert zu bleiben und unnötige Kosten und Anlagewechsel zu vermeiden.
Was Laufzeit und Rendite rechnerisch verändern
Die folgende Modellrechnung zeigt ausschließlich die Wirkung von Zeit und unterschiedlichen Renditeannahmen.
Angenommen werden:
- 150 Euro monatliche Einzahlung
- Einzahlung jeweils am Monatsende
- gleichmäßige rechnerische Jahresrendite nach sämtlichen Kosten
- keine Zulagen
- keine Steuern auf die spätere Auszahlung
- keine Berücksichtigung der Inflation
| Laufzeit | Eigene Einzahlungen | Bei 3 Prozent jährlich | Bei 5 Prozent jährlich | Bei 7 Prozent jährlich |
|---|---|---|---|---|
| 20 Jahre | 36.000 Euro | rund 49.000 Euro | rund 61.000 Euro | rund 76.000 Euro |
| 30 Jahre | 54.000 Euro | rund 87.000 Euro | rund 122.000 Euro | rund 175.000 Euro |
| 40 Jahre | 72.000 Euro | rund 138.000 Euro | rund 222.000 Euro | rund 371.000 Euro |
Eigene Modellrechnung. Die angenommenen Renditen sind keine Prognose. Tatsächliche Börsenrenditen schwanken und können auch über längere Zeiträume enttäuschen.
Die Tabelle zeigt zwei Zusammenhänge: Ein früher Beginn verlängert die Zeit für den Vermögensaufbau. Und kleine Unterschiede bei der langfristigen Nettorendite können große Unterschiede beim Endkapital verursachen.
Deshalb sind Kosten und ein konsequentes Anlageverhalten so wichtig.
Langfristig bedeutet nicht risikofrei
Auch ein weltweit gestreuter Aktien ETF kann zeitweise erheblich an Wert verlieren. Ein langer Anlagezeitraum garantiert weder eine bestimmte Rendite noch den vollständigen Erhalt der Beiträge.
Besonders kritisch kann eine schlechte Börsenphase kurz vor oder nach dem Rentenbeginn werden. Müssen dann Anteile verkauft werden, stehen diese für eine spätere Erholung nicht mehr zur Verfügung.
Eine geeignete Strategie sollte deshalb auch beantworten:
- Wie hoch darf der Aktienanteil sein?
- Wann beginnt die Auszahlung?
- Welche Ausgaben sind unverzichtbar?
- Welche sicheren Renteneinkünfte bestehen bereits?
- Wie wird das Risiko vor und während der Auszahlung gesteuert?
Die Alternative lautet nicht zwingend „alles in Aktien“ oder „alles garantiert“. Unterschiedliche Bausteine können unterschiedliche Aufgaben übernehmen.
Welche Förderung vorgesehen ist
Für die ersten 360 Euro Eigenbeitrag im Jahr beträgt die Grundzulage 50 Prozent. Für weitere Beiträge bis zu insgesamt 1.800 Euro sind es 25 Prozent.
| Eigener Jahresbeitrag | Grundzulage | Beitrag einschließlich Grundzulage |
|---|---|---|
| 360 Euro | 180 Euro | 540 Euro |
| 900 Euro | 315 Euro | 1.215 Euro |
| 1.800 Euro | 540 Euro | 2.340 Euro |
Hinzu kommen gegebenenfalls bis zu 300 Euro Kinderzulage pro Kind. Dafür reichen 300 Euro Eigenbeitrag jährlich. Vor dem 25. Geburtstag ist außerdem ein einmaliger Berufseinsteigerbonus von 200 Euro vorgesehen. Bundesregierung
Die Förderberechtigung wird unter anderem auf Selbstständige und Pflichtmitglieder berufsständischer Versorgungseinrichtungen erweitert. Eine allgemeine obere Einkommensgrenze ist nicht das entscheidende Zugangskriterium; maßgeblich ist die Zugehörigkeit zum begünstigten Personenkreis. Deutsche Rentenversicherung
Einzahlungsgrenze und steuerliche Förderung unterscheiden
Einzahlungen bis zu 6.840 Euro jährlich sind möglich. Daraus entsteht jedoch nicht automatisch eine entsprechend höhere Zulage oder ein Sonderausgabenabzug für den gesamten Betrag. Bundesregierung
Der steuerliche Höchstbetrag beträgt beispielsweise bei einer unmittelbar förderberechtigten Person ohne Kinderzulage und ohne mittelbar berechtigten Ehepartner 2.340 Euro: 1.800 Euro Eigenbeitrag plus 540 Euro Grundzulage.
Die steuerliche Prüfung berücksichtigt den Zulageanspruch. Bei der späteren Auszahlung werden die Leistungen aus gefördertem Kapital grundsätzlich nachgelagert besteuert. bundesfinanzministerium.de
Für einen Vergleich zählt deshalb nicht nur das spätere Bruttokapital, sondern das voraussichtlich verfügbare Einkommen nach Steuern.
Bestehenden Riester Vertrag übertragen: Was möglich ist
Ein bestehender Riester Vertrag kann grundsätzlich in einen neuen Altersvorsorgevertrag übertragen werden. Bei einer ordnungsgemäßen Übertragung muss die bisherige Förderung nicht zurückgezahlt werden. Allerdings können Wechselkosten und neue Vertragskosten entstehen. Deutsche Rentenversicherung
Das ist etwas anderes als eine Kündigung mit Auszahlung auf das eigene Bankkonto.
Wer übertragen möchte, sollte den dafür vorgesehenen Vertragswechsel nutzen. Eine private Auszahlung und anschließende Neueinzahlung ist kein gleichwertiger Ersatz. Bereits gefördertes übertragenes Vermögen erhält außerdem keine zweite Förderung als neuer Eigenbeitrag. bundesfinanzministerium.de
Drei Möglichkeiten auseinanderhalten
| Möglichkeit | Was sich verändert |
|---|---|
| Alten Vertrag unverändert fortführen | Bisheriger Vertrag und bisherige Förderung bleiben bestehen |
| Im bestehenden Vertrag zur neuen Förderung wechseln | Die Fördersystematik ändert sich, nicht automatisch die Kapitalanlage |
| Guthaben auf einen neuen Vertrag übertragen | Neue Vertragsbedingungen, Kosten, Anlage und Förderung gelten |
Diese Unterscheidung ist wichtig: Ein Wechsel der Förderung macht aus einer klassischen Riester Versicherung nicht automatisch ein ETF Depot.
Warum der Übertrag interessant sein kann
Ein Wechsel kann insbesondere dann prüfenswert sein, wenn noch viele Jahre bis zum Ruhestand verbleiben und das neue Angebot:
- eine passendere Kapitalanlage ermöglicht
- niedrigere zukünftige Kosten hat
- mehr langfristigen Aktienanteil zulässt
- verständlichere Bedingungen bietet
- besser zu den gewünschten Auszahlungsregeln passt
Warum ein Übertrag nachteilig sein kann
Ein alter Vertrag kann wertvolle Garantien, günstige Rechnungsgrundlagen oder einen attraktiven garantierten Rentenfaktor enthalten.
Der Rentenfaktor bestimmt, wie viel monatliche Rente aus einem bestimmten Kapitalbetrag entsteht. Wer einen alten Vertrag aufgibt, kann solche Bedingungen verlieren.
Außerdem ist der aktuelle Übertragungswert nicht zwingend so hoch wie die garantierte Leistung zum vereinbarten Rentenbeginn.
Beispiel: Garantie ist nicht Übertragungswert
Ein Vertrag weist einen aktuellen Übertragungswert von 25.000 Euro aus. Zum späteren Rentenbeginn garantiert er unter bestimmten Bedingungen 30.000 Euro.
Bei einem Wechsel stehen nicht automatisch 30.000 Euro für das neue Depot bereit.
Verglichen werden müssen deshalb:
- tatsächlich übertragbarer Betrag
- künftige Beiträge und Kosten
- aufgegebene Garantien
- verbleibende Laufzeit
- neue Anlagechancen und Risiken
- spätere Rentenleistungen
Bereits bezahlte Abschlusskosten sind dabei Vergangenheit. Entscheidend sind die Vorteile und Nachteile ab heute.
Auch ein parallel besparter neuer Vertrag kann Auswirkungen auf die Förderung des alten Vertrags haben. Die Deutsche Rentenversicherung weist darauf hin, dass dann die neuen Förderregeln auch auf den Bestandsvertrag angewendet werden. Deutsche Rentenversicherung
ETF Anlage und Versicherungsrente sind kein Widerspruch
Beim Altersvorsorgedepot müssen zwei Entscheidungen getrennt werden:
Wie wird das Kapital aufgebaut?
Wie wird daraus später Einkommen?
Ein langfristiger Vermögensaufbau mit ETF kann mit einer späteren lebenslangen Versicherungsrente verbunden werden. Das Bundesfinanzministerium beschreibt ausdrücklich die Möglichkeit, Vorsorgevermögen aus einem Depot ohne Verrentungsoption später in eine Leibrente bei einem Versicherungsunternehmen umzuwandeln. bundesfinanzministerium.de
Die Entscheidung für Kapitalmarktrendite während der Ansparphase bedeutet deshalb nicht, dass im Ruhestand ausschließlich ein Auszahlungsplan genutzt werden muss.
Welche Vorteile eine lebenslange Versicherungsrente bietet
Ein Auszahlungsplan verteilt vorhandenes Vermögen über einen Zeitraum. Eine lebenslange Versicherungsrente sichert dagegen das finanzielle Risiko ab, länger zu leben als erwartet.
Das ist ihr entscheidender Unterschied.
Einkommen auch mit 90 oder 100 Jahren
Ein Auszahlungsplan, der mit 85 endet, stellt danach kein Einkommen mehr bereit. Eine lebenslange Rente wird dagegen weitergezahlt, solange die versicherte Person lebt.
Gerade unverzichtbare Ausgaben enden nicht mit einem bestimmten Geburtstag.
Weniger Entnahmeentscheidungen
Bei einer festen garantierten Versicherungsrente muss der Rentner nicht laufend entscheiden, welche Fondsanteile verkauft werden und ob die Entnahme noch tragbar ist.
Das kann auch dann wichtig werden, wenn die Bereitschaft oder Fähigkeit zur eigenen Vermögensverwaltung im hohen Alter nachlässt.
Planbare Basisversorgung
Eine garantierte Rentenzahlung kann helfen, einen Teil der regelmäßigen Ausgaben zuverlässig abzudecken.
Zu unterscheiden ist allerdings zwischen der garantierten Rente und zusätzlichen, nicht garantierten Überschüssen. Nicht jede im Angebot dargestellte Gesamtrente ist dauerhaft zugesichert.
Absicherung statt Restkapitalverwaltung
Ein selbst verwalteter Auszahlungsplan muss so kalkuliert werden, dass das Kapital möglichst lange reicht. Dafür muss entweder eine vorsichtige Entnahme gewählt oder ein späteres Einkommensrisiko akzeptiert werden.
Eine lebenslange Rente überträgt dieses Langlebigkeitsrisiko auf den Versicherer.
Die Grenzen der Versicherungslösung
Diese Vorteile sind nicht kostenlos.
Die Rentenhöhe hängt unter anderem von Kosten, Kalkulation und Rentenbeginn ab. Das verrentete Kapital ist gewöhnlich nicht mehr frei verfügbar.
Weitere Punkte sind:
- Eine feste Rente verliert durch Inflation Kaufkraft.
- Überschüsse können niedriger ausfallen als angenommen.
- Hinterbliebenenleistungen müssen ausdrücklich vereinbart werden.
- Zusätzlicher Todesfallschutz reduziert regelmäßig die eigene Rente.
- Auch die Bonität des Versicherers und der gesetzliche Sicherungsrahmen sind zu beachten.
Eine Versicherungsrente ist deshalb nicht automatisch die renditestärkste Lösung. Ihr besonderer Nutzen liegt in der lebenslangen Einkommensabsicherung.
Versicherung oder Auszahlungsplan?
Die Reform ermöglicht lebenslange Renten und Auszahlungspläne, die frühestens mit Vollendung des 85. Lebensjahres enden dürfen. BMAS
| Kriterium | Lebenslange Versicherungsrente | Auszahlungsplan |
|---|---|---|
| Dauer | Solange die versicherte Person lebt | Bis zum vereinbarten Ende |
| Langlebigkeitsrisiko | Bei einer echten Leibrente abgesichert | Bleibt beim Anleger |
| Einkommensplanung | Garantierter Anteil gut planbar | Abhängig von Ausgestaltung und Anlage |
| Restkapital im Todesfall | Nur gemäß vereinbartem Schutz | Noch vorhandenes Vermögen grundsätzlich vererbbar |
| Eigene Verwaltung | Meist geringer Aufwand | Je nach Produkt weitere Entscheidungen nötig |
| Flexibilität | Häufig geringer | Häufig größer, aber vertraglich begrenzt |
Einordnung: Wer bereits ausreichende lebenslange Renteneinkünfte hat, kann einen Auszahlungsplan anders beurteilen als jemand, dessen laufende Ausgaben davon abhängen.
Eine mögliche Schlussfolgerung ist, unverzichtbare Ausgaben durch lebenslange Einkommen abzudecken und zusätzliches Vermögen flexibler zu nutzen. Ob und wie das umgesetzt werden kann, hängt vom Vertrag und der gesamten Versorgung ab.
Was passiert im Todesfall?
Hier müssen Ansparphase, Auszahlungsplan und Versicherungsrente getrennt betrachtet werden.
Tod während der Ansparphase
Bei einem Depot ist grundsätzlich Vermögen vorhanden, das vererbt werden kann. Vererbbar bedeutet aber nicht automatisch, dass die Förderung erhalten bleibt.
Wird gefördertes Kapital an Erben ausgezahlt, werden grundsätzlich die darauf entfallenden Zulagen und zusätzlichen Steuervorteile zurückgefordert.
Eine begünstigte Übertragung auf einen zertifizierten Altersvorsorgevertrag des überlebenden Ehepartners kann die Förderung unter den gesetzlichen Voraussetzungen erhalten. Für Kinder oder unverheiratete Partner gilt diese Ausnahme nicht automatisch. bundesfinanzministerium.de
Erbschaftsteuerliche Fragen sind davon getrennt zu prüfen.
Tod während eines Auszahlungsplans
Noch vorhandenes Vermögen kann grundsätzlich vererbt werden. Für dessen Förderung gelten ebenfalls die entsprechenden Regeln zur Auszahlung beziehungsweise begünstigten Übertragung.
Bei einer noch laufenden Versicherungsrente hängt die Leistung an Hinterbliebene dagegen von den vereinbarten Bedingungen ab. bundesfinanzministerium.de
Tod während einer lebenslangen Versicherungsrente
Eine reine lebenslange Rente ohne Todesfallschutz endet grundsätzlich mit dem Tod.
Je nach Vertrag können beispielsweise vereinbart werden:
- eine Rentengarantiezeit
- eine Kapitalrückgewähr
- eine Hinterbliebenenrente
Eine Rentengarantiezeit von zehn Jahren bedeutet beispielsweise: Stirbt die versicherte Person nach vier Jahren, werden die vorgesehenen Leistungen noch für die verbleibenden sechs Jahre erbracht. Lebt sie länger als zehn Jahre, läuft ihre eigene lebenslange Rente trotzdem weiter.
Die Garantiezeit begrenzt also nicht die eigene Lebensrente. Sie regelt den Schutz bei frühem Tod. BMAS
Welche Variante im geförderten Vertrag angeboten wird und wie Leistungen steuerlich behandelt werden, muss anhand des konkreten Produkts geprüft werden.
Nicht nur den Depotwert vergleichen
Beim Vergleich von Angeboten gehören mindestens diese Fragen auf den Tisch:
- Welche Förderung steht tatsächlich zu?
- Wie hoch sind sämtliche Kosten?
- Welche breit gestreuten ETF sind verfügbar?
- Wie wird das Risiko vor dem Ruhestand gesteuert?
- Was kostet ein Übertrag?
- Welche Riester Garantien würden verloren gehen?
- Welche lebenslange Rente ist garantiert?
- Welche Leistungen sind nur unverbindlich dargestellt?
- Wann endet ein Auszahlungsplan?
- Was erhalten Hinterbliebene?
- Unter welchen Voraussetzungen bleibt deren Förderung erhalten?
- Welche Leistungen stehen nach Steuern zur Verfügung?
Vermögen aufbauen und Einkommen sichern
Das Altersvorsorgedepot ab 2027 eröffnet die Chance, staatliche Förderung stärker mit langfristiger Kapitalmarktanlage zu verbinden. Breit gestreute ETF und der Verzicht auf eine Beitragsgarantie können den Vermögensaufbau unterstützen.
Ein bestehender Riester Vertrag sollte deshalb aber nicht vorschnell aufgegeben werden. Übertragungswert, Garantien, Kosten und verbleibende Laufzeit müssen gemeinsam betrachtet werden.
Ebenso wichtig ist das Ende der Ansparphase. Ein möglichst hohes Depot ist noch keine lebenslange Versorgung. Ein Auszahlungsplan bietet Flexibilität und grundsätzlich vererbbares Restvermögen. Eine Versicherungsrente bietet den Schutz, auch bei einem sehr langen Leben weiter Einkommen zu erhalten.
Eine überzeugende Altersvorsorge bringt diese Aufgaben zusammen: langfristig investieren, Kosten begrenzen, Hinterbliebene berücksichtigen und das Einkommen im Ruhestand verlässlich planen.
Stand: 8. Oktober 2026. Allgemeine Information, keine individuelle Anlage-, Versicherungs-, Rechts oder Steuerberatung. Konkrete Produktbedingungen und persönliche Fördervoraussetzungen sind gesondert zu prüfen.