Wie können Eltern ihren Kindern bei der Immobilienfinanzierung mit Zusatzsicherheiten helfen?

15. Februar 2026 in Finanzierungen, Newsletter

Letzte Woche saßen mir zwei Anfang dreißig gegenüber. Beide gut im Job, beide mit dem festen Plan: Jetzt kaufen wir. Die Wohnung war gefunden, die Rate grundsätzlich machbar – und trotzdem kam nach dem Banktermin dieser eine Satz, den viele gerade hören: „Grundsätzlich ja… aber die Konditionen werden teuer. Und ohne mehr Eigenkapital wird’s schwierig.“

Im Gespräch stellte sich schnell heraus: Es fehlte nicht an Vernunft, sondern an Puffer. Nebenkosten, Eigenkapitalquote, Beleihung – alles Faktoren, die am Ende darüber entscheiden, ob eine Finanzierung klappt und zu welchen Bedingungen. Und genau hier kommt oft die Frage auf, die Eltern und Kinder gleichermaßen beschäftigt: Wie kann die Familie unterstützen, ohne sich selbst zu übernehmen?

Eine Möglichkeit sind Zusatzsicherheiten der Eltern. Richtig eingesetzt können sie Konditionen verbessern oder die Finanzierung überhaupt erst möglich machen – falsch eingesetzt können sie zum Risiko für das Elternhaus werden. Was dahinter steckt und worauf Sie unbedingt achten sollten, lesen Sie hier.


Warum Eigenkapital so entscheidend ist

Beim Immobilienkauf geht es nicht nur um den Kaufpreis. Hinzu kommen die Erwerbsnebenkosten, die je nach Bundesland und Kaufkonstellation deutlich ins Gewicht fallen. Typische Bausteine sind:

  • Grunderwerbsteuer (je nach Bundesland unterschiedlich)
  • Notar und Grundbuch
  • Maklerkosten (je nach Objekt und Beauftragungsmodell)

Viele Banken finanzieren häufig den Kaufpreis, aber nicht automatisch die Nebenkosten. Je höher der Fremdkapitalanteil, desto strenger werden die Anforderungen an Bonität, Objekt und Haushaltsspielraum – und desto stärker wirken sich Risiken auf die Konditionen aus.

Was ist eine Zusatzsicherheit und wie wirkt sie?

Ein Schlüsselbegriff ist der Beleihungsauslauf: Je niedriger der Darlehensanteil im Verhältnis zum (beleihungsfähigen) Objektwert, desto besser kann eine Bank das Risiko kalkulieren. Zusatzsicherheiten können genau hier ansetzen.

Praktisch bedeutet das: Eltern bringen zusätzliche Sicherheiten ein, damit die Finanzierung der Kinder in eine günstigere Risikoklasse fällt oder überhaupt möglich wird.

1) Grundschuld auf die Immobilie der Eltern

Die Eltern belasten ihre Immobilie zugunsten der finanzierenden Bank mit einer Grundschuld (häufig nachrangig). Eigentümer bleiben weiterhin die Eltern – aber die Bank erhält im Ernstfall Zugriff auf diese Sicherheit.

Vorteil: Oft die stärkste Wirkung auf Kondition und Machbarkeit.
Nachteil: Das ist eine „scharfe“ Sicherheit. Im Worst Case kann auch die Immobilie der Eltern in die Verwertung geraten.

2) Verpfändung von Vermögen

Zum Beispiel Festgeld, Depot oder andere verwertbare Vermögenswerte. Je nach Bank werden diese Sicherheiten mit Abschlägen bewertet.

Vorteil: Häufig leichter wieder freizugeben als eine Grundschuld auf eine Immobilie.
Nachteil: Nicht jede Bank rechnet jede Vermögensart gleich an.

3) Bürgschaft oder Mithaftung

Manche Banken arbeiten mit Bürgschaften oder einer gesamtschuldnerischen Haftung.

Vorteil: Oft keine Grundbuchbelastung bei den Eltern erforderlich.
Nachteil: Haftungsrisiken können sehr weit reichen. Das muss wirtschaftlich und rechtlich sauber verstanden und begrenzt werden.

Der wichtigste Punkt: Risiko realistisch einschätzen und begrenzen

Zusatzsicherheiten sind kein „Trick“, sondern echte Haftung. Wenn die Darlehensnehmer dauerhaft nicht zahlen, kann die Bank Sicherheiten verwerten – auch die der Eltern.

Damit das nicht zur Familienfalle wird, sind in der Praxis besonders wichtig:

  • Höhe der Zusatzsicherheit begrenzen (zielgenau, nicht pauschal „alles was geht“).
  • Sicherheitenfreigabe von Anfang an regeln: Unter welchen Bedingungen wird die Zusatzsicherheit wieder freigegeben?
  • Familienabsprachen schriftlich fixieren: Was passiert, wenn Eltern tatsächlich leisten müssen?
  • Plan B definieren: Was passiert bei Jobwechsel, Elternzeit, längerer Krankheit oder Verkauf?

Rechenbeispiel (vereinfachte Modellrechnung)

Annahmen: Kaufpreis 500.000 EUR, Nebenkosten pauschal 10 Prozent, Zinsbindung 10 Jahre, anfängliche Tilgung 1,5 Prozent. Die Werte sind eine Modellrechnung. Konditionen hängen immer von Objekt, Bonität, Beleihung und Bank ab.

Variante Darlehen Beispielzins Monatliche Rate (Zins + Tilgung)
100 Prozent Kaufpreis, ohne Zusatzsicherheit 500.000 EUR 4,1 % ca. 2.333 EUR
100 Prozent Kaufpreis, mit Zusatzsicherheit Eltern 500.000 EUR 3,7 % ca. 2.167 EUR
90 Prozent Kaufpreis, ohne Zusatzsicherheit 450.000 EUR 3,9 % ca. 2.025 EUR
90 Prozent Kaufpreis, mit Zusatzsicherheit Eltern 450.000 EUR 3,6 % ca. 1.913 EUR
80 Prozent Kaufpreis, ohne Zusatzsicherheit 400.000 EUR 3,8 % ca. 1.767 EUR
80 Prozent Kaufpreis, mit Zusatzsicherheit Eltern 400.000 EUR 3,5 % ca. 1.667 EUR

Kernaussage: Zusatzsicherheiten können je nach Bank und Gesamtkonzept entweder die Machbarkeit herstellen oder die Finanzierung in eine günstigere Konditionsklasse bringen. Der Effekt hängt stark von Objekt, Bonität, Beleihung und Banklogik ab.

Alternative oder Ergänzung: Schenkung oder Darlehen innerhalb der Familie

Wenn Eltern statt einer Immobilie lieber Liquidität geben, gibt es zwei Klassiker:

  • Schenkung: Schenkungsfreibeträge können helfen, Eigenkapital aufzubauen. Die steuerliche Einordnung gehört immer in eine Einzelfallprüfung.
  • Privates Darlehen: Mit klarer Vereinbarung zu Laufzeit, Rückzahlung und möglichen Sicherheiten. Auch ein zinsfreies Darlehen ist möglich, sollte aber sauber dokumentiert werden.

In vielen Fällen ist eine Kombination sinnvoll: ein Teil als Eigenkapitalersatz (Schenkung oder Darlehen) plus gegebenenfalls eine begrenzte Zusatzsicherheit für den Konditionssprung.

Fazit: Zusatzsicherheiten sind stark, aber nur mit sauberem Rahmen

Wenn Eltern eine Immobilie als Zusatzsicherheit einbringen, kann das Kindern bessere Konditionen, mehr Finanzierungsspielraum und manchmal überhaupt erst eine Kreditentscheidung ermöglichen. Gleichzeitig ist es ein echter Risikotransfer in die Elterngeneration.

Wenn Sie das Thema angehen, empfehle ich immer:

  1. Zahlen und Beleihungsauslauf sauber rechnen
  2. Risiko begrenzen (Höhe, Rang, Freigaberegel)
  3. Familienabsprachen schriftlich fixieren
  4. Die Finanzierung so strukturieren, dass die Zusatzsicherheit nicht länger als nötig gebunden ist

Wenn Sie möchten, stelle ich die Varianten für Ihre konkrete Situation gegenüber (inklusive Freigabestrategie) und erstelle eine belastbare Entscheidungsgrundlage – damit die Unterstützung innerhalb der Familie hilft, ohne neue Risiken zu schaffen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung. Die Beispielrechnung ist vereinfacht. Konditionen und Anforderungen unterscheiden sich je nach Bank, Objekt und Bonität.

Eigenheim oder Miete: nüchterne Entscheidungsgrundlagen

2. Oktober 2025 in Finanzierungen

Kurzfazit

– Ein Immobilienkauf ist nicht per se „besser“ als Miete. Die Vorteilhaftigkeit hängt von Eigenkapital, Zinsniveau, Kaufnebenkosten, Haltedauer und Ihrer Liquidität ab.

– Ausreichendes Eigenkapital reduziert Zinskosten und Monatsraten spürbar.

– Eine Finanzierung ohne Eigenkapital erhöht die laufende Belastung und das Ausfallrisiko deutlich.

 

Was Sie vor dem Kauf einkalkulieren sollten

– Eigenkapital: Zielgröße häufig mindestens 20 % des Kaufpreises.

– Kaufnebenkosten: Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch, ggf. Maklerhonorar. Grob weitere ~10 % des Kaufpreises.

– Liquiditätsreserve: Rücklagen für Instandhaltung, Modernisierung und unvorhergesehene Ausgaben.

– Planbarkeit: Berufs- und Einkommenssicherheit, Familien- und Wohnortplanung, voraussichtliche Haltedauer.

 

Beispielrechnungen (vereinfachte Annahmen) — Kaufpreis 500.000 €

Variante A: mit 20 % Eigenkapital

– Kaufpreis: 500.000 €

– Nebenkosten (10 %): 50.000 € – aus Eigenmitteln

– Eigenkapital (20 %): 100.000 €

– Darlehen: 400.000 €

– Annahme Rate: 6 % p. a. (z. B. 4 % Zins + 2 % Tilgung) ⇒ ≈ 2.000 € pro Monat

 

Variante B: ohne Eigenkapital

– Kaufpreis: 500.000 €

– Nebenkosten (10 %): 50.000 € – mitfinanziert über separaten Ratenkredit (10 Jahre, 6,7 % p. a.)

– Eigenkapital: 0 €

– Gesamtfinanzierung: 550.000 € (500.000 € Kaufpreis + 50.000 € Nebenkosten)

– Annahmen Raten:

– Hauptdarlehen 500.000 € zu 6 % p. a. ⇒ ≈ 2.500 € pro Monat

– Ratenkredit 50.000 € zu 6,7 % p. a., 120 Monate ⇒ ≈ 573 € pro Monat

– Gesamt monatlich ≈ 3.073 €

 

Mehrbelastung gegenüber Variante A: rund +1.073 € / Monat (≈ +54 %) bei identischem Objekt.

 

Hinweise: Die Zahlen dienen ausschließlich der Veranschaulichung. Effektive Konditionen hängen von Bonität, Zinsbindung, Tilgung, Beleihungsauslauf und Marktumfeld ab. Die Beispielrechnungen vereinfachen die Realität (keine Sondertilgungen, Zinsbindungswechsel, Förderdarlehen etc.).

 

Was höhere Monatsraten praktisch bedeuten können

– Geringere finanzielle Flexibilität: weniger Spielraum für Konsum, Urlaube, Vermögensaufbau neben der Immobilie.

– Höhere Abhängigkeit vom Einkommen: bei Jobwechsel, Elternzeit, Krankheit oder Trennung steigt das Risiko, die Finanzierung anpassen oder die Immobilie veräußern zu müssen.

– Längere Bindung: Entscheidungen zu Wohnort und Beruf werden weniger beweglich.

 

Vorgehensweise für eine solide Entscheidung

  1. Belastungsgrenze definieren: realistische Haushaltsrechnung mit Puffer (z. B. 10–20 % Sicherheitsmarge).
  2. Eigenkapital stärken: bis zur Zielquote sparen; parallele Bildung einer Instandhaltungsrücklage.
  3. Angebote vergleichen: Bank(en) und unabhängige Vermittlung; auf Gesamtpaket achten (Zins, Tilgung, Zinsbindung, Sondertilgung, Bereitstellungszinsen, Anschlussrisiko).
  4. Haltedauer prüfen: je kürzer die Haltedauer, desto kritischer wirken Nebenkosten und Marktschwankungen.
  5. Szenarien rechnen: Zinsänderungen, Einkommensschwankungen, Leerstands- bzw. Mietausfallersatz (bei Kapitalanlage).
  6. Miete vs. Kauf objektiv vergleichen: Alternative Anlage des Eigenkapitals, Opportunitätskosten, erwartete Miet- und Preisentwicklung, steuerliche Aspekte.

 

Fazit

Ein Eigenheim kann langfristig sinnvoll sein, ist jedoch keine pauschal überlegene Wahl gegenüber Miete. Besonders ohne Eigenkapital steigen Raten und Risiken merklich. Wer systematisch prüft, ausreichend Rücklagen bildet und Angebote sorgfältig vergleicht, trifft fundiertere Entscheidungen.

 

Rechtlicher Hinweis: Dieser Text stellt eine allgemeine Information dar und ersetzt keine individuelle Beratung. Alle Beispielwerte sind illustrativ. Für Entscheidungen sollten Sie Ihre persönliche Situation, aktuellen Zinssätze und Vertragsbedingungen prüfen. Gern unterstütze ich Sie auf Wunsch mit einer individuellen Kalkulation und einem strukturierten Entscheidungsrahmen.

 

 

Strategien für Immobilienfinanzierungen – Unterscheidung verschiedener Darlehensarten

2. Januar 2010 in Finanzierungen

Jeder, der eine Immobilie finanzieren möchte oder diese aktuell noch finanziert hat, interessiert sich für den Zinssatz. Das ist grundsätzlich richtig. Jedoch lohnt es sich, einmal einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und sich mit den unterschiedlichen Strategien und den unterschiedlichen Darlehensarten vertraut zu machen.

Der folgende Überblick soll als Entscheidungshilfe oder als Vorbereitung auf ein Beratungsgespräch dienen.

Beachten Sie aber bitte, dass nicht jeder Baufinanzierer alle Darlehensarten im Angebot hat bzw. aus Ertragsaspekten bestimmte Darlehensarten nicht anbietet. Bestehen Sie notfalls auf die Ihnen interessant erscheinende Darlehensform und fragen Sie gezielt nach.

Förderprogramme der Bundesländer
Die meisten Bundesländer bieten unter bestimmten Voraussetzungen zusätzliche Förderungen. Dies können zum Teil mit KfW-Mitteln oder mit anderen Darlehensarten kombiniert werden. Die Förderungen sind häufig an bestimmte Einkommensgrenzen gebunden und sollen insbesondere jungen Familien bei Erwerb oder Neubau einer Immobilie unterstützen. Da jedes Bundesland unterschiedliche Förderprogramme anbietet, soll hier nur auf die grundsätzliche Existenz dieser Darlehen hingewiesen werden.

Annuitätendarlehen
Das Annuitätendarlehen ist nach wie vor die verbreitetste Darlehensart. Es wird über die gesamte Zinsbindungsdauer eine gleich bleibende Rate (Annuität) gezahlt. Die Annuität ist in Zins und Tilgung aufgeteilt. Die Tilgung ist im Regelfall frei wählbar, muss aber im Normalfall mindestens 1% betragen. Da die Restschuld im Laufe der Zeit immer geringer wird, wird der Anteil der Tilgung innerhalb der Annuität immer größer, während der Zinsanteil sich immer weiter reduziert. Ein Annuitätendarlehen bietet hohe Planungssicherheit und ist leicht verständlich. Zusätzlich zur Regeltilgung können häufig Sondertilgungen bis zu 10% jährlich vorgenommen werden. Das beschleunigt die Entschuldung der Immobilie. In der aktuell noch vorherrschenden Niedrigzinsphase, sollte die Zinsbindungsfrist so lange wie möglich (bis zu 30 Jahren) gewählt werden.

Konstantdarlehen
Auch das Konstantdarlehen erfreut sich hoher Beliebtheit. Im Grunde handelt es sich hier um zwei Komponenten. Auf der einen Seite wird ein Bausparvertrag bespart. Das kann entweder durch periodische (z. B. monatliche) Sparraten oder durch eine Einmalzahlung erfolgen. Mischvarianten sind ebenfalls möglich. Auf der anderen Seite wird ein Festdarlehen abgeschlossen. Während der ersten Jahre werden ausschließlich die Zinsen aus dem Festdarlehen und die Sparrate für den Bausparvertrag fällig. Ist der Bausparvertrag zuteilungsreif, löst das Bausparguthaben das Festdarlehen teilweise ab. Der Restbetrag wird als Bauspardarlehen weiter geführt. Dabei ändert sich die monatliche Rate nicht. Jedoch wird ab sofort getilgt. Nach Zuteilung des Bausparvertrages sind jederzeit Sondertilgungen bis zu 100% möglich. Auch hier gibt es eine sehr hohe Planungssicherheit, da das Konstantdarlehen durch die Einbindung des Bausparvertrages keinen Zinsschwankungen unterliegt.

Kombinationsdarlehen
Die benötigte Darlehenssumme wird in zwei Tranchen aufgeteilt. Die eine Tranche besteht aus einem klassischen Annuitätendarlehen. Die zweite Tranche besteht entweder aus einem variabel verzinsten Darlehen. Diese variabel verzinsten Darlehen können jeweils monatlich oder vierteljährlich ganz oder teilweise getilgt werden. Für Kunden, die für einen Teilbereich des Darlehens sofort und jederzeit unbegrenzte Sondertilgungen vornehmen wollen und von den überaus geringen Zinsen der variabel verzinsten Darlehen profitieren wollen, ist das Kombinationsdarlehen geeignet.

Festdarlehen
Das Festdarlehen wird im Regelfall ohne Tilgung ausgereicht. Während der Zinsbindungsfrist sind ausschließlich die Zinsen zu bezahlen. Der eigentlich auf die Tilgung anfallende Betrag wird separat in einer anderen Anlageform angespart. Wenn die separat angesparte Anlageform einen höheren Ertrag erzielt als die Zinsbelastung aus dem Darlehen kostet, kann hier ein zusätzlicher Gewinn erzielt werden. Diese Darlehensart wird insbesondere von Darlehensnehmern gewählt, die ihre Immobilie nicht selber bewohnen, sondern vermieten. Da hier die Zinsen steuerwirksam angesetzt werden können, ergeben sich zusätzliche Vorteile.

Flex-Darlehen
Hier handelt es sich um ein Darlehen mit variabler Verzinsung. Der Zins kann monatlich oder vierteljährlich an den aktuellen Geldmarktzins angepasst werden. Im Gegensatz zu reinen variabel verzinsten Darlehen, ist hier die Anpassung an den EURIBOR gebunden und nicht willkürlich von der Bank festzulegen. Geeignet ist diese Darlehensart in Märkten mit fallenden Zinsen bzw. wenn die jederzeitige Tilgung des Darlehens im Vordergrund steht.

Cap-Darlehen
Ähnlich wie beim Flex-Darlehen können auch beim Cap-Darlehen die Zinsen angepasst werden. Das Cap-Darlehen schützt den Darlehensnehmer jedoch vor einem unkontrollierbaren Zinsanstieg, da eine Zinsobergrenze vereinbart wird. Die Zinsobergrenze variiert je nach Laufzeit. Für Kunden mit der Erwartung fallender Zinsen, die jedoch für den Fall der Fälle eine Absicherung wünschen, ist diese Darlehensform interessant.

Volltilgungsdarlehen
Es handelt sich hier grundsätzlich um ein Annuitätendarlehen. Der Tilgungssatz wird hier so berechnet, dass nach einer bestimmten Anzahl von Jahren eine vollständige Rückzahlung des Darlehens erfolgt ist. Dafür gewähren viele Banken zusätzliche Zinsvorteile. Für Kunden, die ihr Darlehen schnell und mit hoher Planungssicherheit abzahlen wollen, ist dies eine interessante Option.

Forwarddarlehen
Dieses Instrument ermöglicht es, bis zu 60 Monaten im Voraus eine Anschlussfinanzierung zu verbindlichen Konditionen zu vereinbaren. Vom Charakter her handelt es sich um ein Annuitätendarlehen. Kunden, die steigende Zinsen in der Zukunft befürchten, finden hier ein ideales Instrument mit hoher Planungssicherheit vor.

Wohnriester-Darlehen
Wohnriester wurde rückwirkend zum 1. Januar 2008 eingeführt. Die Riesterförderung kann nur unter bestimmten Voraussetzungen für die Finanzierung einer Immobilie eingesetzt werden. Da die Regelungen im Detail sehr komplex sind und sich persönliche Änderungen der Lebensumstände sehr stark auswirken können, ist hier eine Beratung von besonderer Wichtigkeit. Das Bundesministerium der Finanzen bietet hier eine Übersicht.

KfW-Darlehen
Auch die Kreditanstalt für Wiederaufbau bietet zahlreiche Darlehensvarianten an. Diese Darlehen müssen stets über eine Geschäftsbank beantragt werden und können in viele Modelle integriert werden. Die KfW-Konditionen liegen unter den Marktkonditionen. Dafür sind teilweise strenge Auflagen zu erfüllen. Die beliebtesten KfW-Programme sind das Wohneigentumsprogramm, unterschiedliche Modernisierungsprogramme sowie Kredite zur Förderung energieeffizienter Maßnahmen.