Wie sollte man sein Geld anlegen, wenn man sich nicht traut, in Aktien bzw. ETF zu investieren?

24. Mai 2026 in Newsletter, Vermögensanlage

Viele Menschen möchten ihr Geld sinnvoll anlegen, fühlen sich mit Aktien oder ETFs aber nicht wohl. Das ist völlig nachvollziehbar. Schwankende Kurse, komplizierte Fachbegriffe und die Angst vor Verlusten sorgen oft dafür, dass Geld lieber auf dem Konto liegen bleibt. Das Problem daran: Sicherheit und Rendite sind nicht dasselbe. Wer sein Geld gar nicht anlegt, verliert langfristig häufig durch Inflation an Kaufkraft.

Die gute Nachricht ist: Sie müssen nicht sofort in Aktien investieren, um Ihr Geld strukturiert und vernünftig anzulegen. Es gibt konservative Alternativen, mit denen Sie Sicherheit, Planbarkeit und Flexibilität besser miteinander verbinden können.

Warum eine klare Aufteilung wichtig ist

Bevor Sie über einzelne Anlageprodukte nachdenken, sollten Sie sich eine einfache Frage stellen: Wofür brauche ich das Geld und wann? Denn Geld, das Sie kurzfristig benötigen, sollte anders behandelt werden als Geld, das viele Jahre nicht angetastet wird.

Genau hier liegt der größte Fehler vieler Anleger: Alles wird in einen Topf geworfen. Besser ist eine Aufteilung nach Verwendungszweck. So vermeiden Sie unnötigen Druck und können Ihr Vermögen sinnvoll strukturieren.

Der erste Schritt: Der Notgroschen

Bevor Sie überhaupt an Festgeld, Anleihen oder andere Anlagen denken, sollten Sie einen Notgroschen aufbauen. Als Faustregel gelten zwei bis drei Monatsgehälter. Dieses Geld gehört auf ein Tagesgeldkonto, damit Sie im Ernstfall schnell darauf zugreifen können.

Ein Notgroschen ist wichtig für unerwartete Ausgaben wie Reparaturen, Arztrechnungen oder Einkommensausfälle. Wenn Sie dafür erst Geld aus einer langfristigen Anlage lösen müssten, wäre das oft ungünstig.

Tagesgeld für Sicherheit und Flexibilität

Tagesgeld ist für viele der einfachste Einstieg in eine konservative Geldanlage. Das Geld bleibt verfügbar, und Sie gehen kein Kursrisiko ein. Die Verzinsung ist meist überschaubar, aber dafür ist die Anlage leicht verständlich und gut geeignet für Rücklagen.

Gerade für Menschen, die sich mit Börsenprodukten unwohl fühlen, ist Tagesgeld oft der erste vernünftige Baustein. Es ist nicht spektakulär, aber praktisch und verständlich. Und genau das ist für viele Anleger ein großer Vorteil.

Festgeld für Geld mit festem Zeithorizont

Wenn Sie Geld für einen bestimmten Zeitraum nicht brauchen, kann Festgeld interessant sein. Sie legen einen Betrag für eine feste Laufzeit an und erhalten dafür in vielen Fällen bessere Zinsen als beim Tagesgeld. Dafür bleibt das Geld während der Laufzeit gebunden.

Festgeld eignet sich vor allem für Geld, das Sie in den nächsten ein bis drei Jahren nicht benötigen. Wichtig ist, dass Sie die Laufzeit an Ihren Bedarf anpassen. Wer zu viel Geld zu lange bindet, verliert an Flexibilität.

Eine clevere Lösung ist es, mehrere Festgelder mit unterschiedlichen Laufzeiten zu kombinieren. So kommt nicht alles gleichzeitig zurück, und Sie bleiben beweglicher.

Bundeswertpapiere und andere konservative Alternativen

Wenn Sie etwas mehr Struktur suchen als beim klassischen Festgeld, können Bundeswertpapiere eine interessante Option sein. Sie gelten als sehr solide und werden oft als konservative Alternative betrachtet. Auch andere hochwertige Anleihen können je nach Zielsetzung sinnvoll sein.

Diese Anlagen sind nicht völlig risikofrei, aber sie gehören klar in den Bereich der vorsichtigen Geldanlage. Sie können besonders für Anleger interessant sein, die Sicherheit schätzen, aber ihr Geld trotzdem nicht komplett unverzinst auf dem Konto lassen möchten.

Was Sie eher vermeiden sollten

Nicht jede vermeintlich sichere Lösung ist automatisch auch sinnvoll. Ein häufiger Fehler ist es, Geld einfach dauerhaft auf dem Girokonto liegen zu lassen. Dort ist es zwar jederzeit verfügbar, aber es arbeitet nicht für Sie.

Auch Bausparverträge werden oft unterschätzt. Sie können für Wohneigentum sinnvoll sein, sind aber nicht automatisch die beste Lösung für die reine Geldanlage. Wichtig ist immer die Frage, welches Ziel Sie mit dem Geld verfolgen.

Ein einfaches Modell für die Praxis

Wenn Sie keine Aktien oder ETFs möchten, könnte Ihre Aufteilung so aussehen:

  • Notgroschen auf Tagesgeld.

  • Geld für die nächsten ein bis drei Jahre auf Festgeld.

  • Geld mit längerem Horizont in Bundeswertpapiere oder andere konservative Anleihenlösungen.

Dieses Modell ist bewusst einfach gehalten. Es schafft Übersicht und hilft Ihnen, Ihr Vermögen nach Zweck statt nach Bauchgefühl zu strukturieren.

Fazit

Sie müssen nicht in Aktien investieren, um Ihr Geld besser zu organisieren. Auch mit konservativen Anlagen können Sie sinnvolle Entscheidungen treffen, wenn Sie Ihren Bedarf klar definieren und Ihr Geld nach Laufzeit und Verwendungszweck aufteilen.

Der wichtigste Punkt ist nicht die höchste Rendite, sondern eine Lösung, die zu Ihnen passt. Wer Sicherheit, Planbarkeit und Verständlichkeit sucht, ist mit einem gut aufgebauten Mix aus Tagesgeld, Festgeld und konservativen Anleihen oft besser beraten als mit einer kompletten Nichtanlage.

Wie die Inflation Kaufkraft und Vermögen reduziert

4. Mai 2022 in Allgemein, Altersvorsorge, Investmentfonds, Vermögensanlage

Gemäß Pressemitteilung Nr. 182 vom 28. April 2022 vom 28. April 2022 rechnet das statistische Bundesamt (Destatis) mit einer Inflationsrate von 7,4% im Vergleich zum Vorjahresmonat.
Die Preise für Waren und Dienstleistungen haben sich also im Vergleich zu April 2021 um 7,4% erhöht.
Um die selben Waren und Dienstleistungen wie vor einem Jahr kaufen zu können, müssten die Einkommen der privaten Haushalte demnach um 7,4% gestiegen sein.
Als Folge können die privaten Haushalte bei gleichbleibenden Einkommen also weniger Waren und Dienstleistungen kaufen. Das betrifft bei immer mehr Menschen auch Nahrungsmittel und fossile Brennstoffe wie Gas und Benzin.
Die Preise für Nahrungsmittel sind im Vergleich zum April 2021 um 8,5% gestiegen.
Haushaltsenergie und Kraftstoffe sind um sagenhafte 35,3% gestiegen. Wohnungsmieten liegen mit einer Steigerung von 1,6% auf hohem Niveau relativ stabil. Auch Dienstleistungen haben sich nur um 2,9% erhöht. Der Hauptgrund dafür dürfte sein, dass Preise für Dienstleistungen aus Sorge vor sinkender Nachfrage noch nicht in der Breite angepasst wurden. Hier dürfte aber in den nächsten Monaten Anpassungsdruck entstehen und damit steigende Preise.

Das statistische Bundesamt stellt ein sehr nützliches Tool zur Berechnung der persönlichen Inflationsrate zur Verfügung.
Da nicht jeder private Haushalt eine identische Ausgabenverteilung für Konsum, Ernährung, Wohnen, Mobilität, Freizeit und Lifestyle hat, kommen private Haushalte der tatsächlichen Preiserhöhung deutlich näher, als durch das Heranziehen der statistischen Mittelwerte.

Neben der Auswirkung auf die Preise hat die steigendende Inflationsrate, die man auch als Kaufkraftverlust bezeichnen kann, auch massive Auswirkungen auf Sparprozesse.
Es kommt demnach mehr als je zuvor auf die „Verzinsung“ einer Geldanlage nach Abzug der Inflation an.
Bei einer Inflationsrate von 7,4% muss die Geldanlage demnach mindestens eine Steigerung in Höhe von 7,4% jährlich erfahren, nur um die Kaufkraft zu erhalten. Streng genommen muss die Wertsteigerung sogar 9,25% pro Jahr betragen, wenn man 25% Kapitalertragsteuer berücksichtigt.
Die Realität sieht jedoch anders aus. 40% des Geldvermögens privater Haushalte lag im ersten Quartal 2021 in unvezinsten Einlagen. Lediglich 23,2% sind in Aktien/Aktienfonds angelegt. Quelle: Bundesverband deutscher Banken

In der folgenden Tabelle wird ersichtlich, wie sich eine monatliche Sparrate von 100,00 € bei 7,4% Inflation und einer Spardauer von 30 Jahren bei unterschiedlichen jährlichen Verzinsungen auswirkt.
Bei 100,00 € monatlicher Sparrate über 30 Jahre ergibt sich ein Anlagebetrag von 36.000 EUR.

Das sind die Ergebnisse nach 30 Jahren:
0% Zins pro Jahr: 14.015,57
2% Zins pro Jahr: 17.492,52
4% Zins pro Jahr: 22.371,33
6% Zins pro Jahr: 29.338,69 €
8% Zins pro Jahr: 39.442,50 €

Bei einer Einmalanlage in Höhe von 10.000 werden nach 30 Jahren bei 7,4% jährlicher Inflationsrate
und einem Zinssatz von x%:
0% Zins pro Jahr:  1.078,65 €
2% Zins pro Jahr:  1.971,77 €
4% Zins pro Jahr:  3.600,73
6% Zins pro Jahr:  6.568,86  €
8% Zins pro Jahr: 11.971,64 €

Aus diesen Zahlen wird deutlich, dass Vermögen bei einem Anlagezins unterhalb der Inflationsrate konsequent vernichtet wird.

Welche Anlageformen kommen  in Betracht?

Wer über einen Zeitraum von mindestens 12 Jahren einmalig oder regelmäßig investieren möchte, kommt an folgenden Anlageinstrumenten nicht vorbei:

Die vorgenannten Informationen stellen keine individuelle Anlageberatung dar.

Für eine individuelle Beratung können Sie gerne meinen Onlineterminkalender nutzen.