Wenn die Börsenkurse deutlich fallen, wirkt ein laufender ETF Sparplan plötzlich wie eine schlechte Idee. Der Depotwert sinkt, die Nachrichten werden düster und jede weitere Ausführung scheint neues Kapital einem unsicheren Markt auszusetzen.
Ob Sie einen ETF Sparplan im Börsencrash weiterlaufen lassen sollten, hängt jedoch nicht von der nächsten Kursprognose ab. Entscheidend sind Anlageziel, Zeitraum, Liquiditätsreserve und die Frage, ob die gewählte Aktienquote noch zu Ihrer persönlichen Situation passt.
Warum fallende Kurse beim Sparplan anders wirken
Ein ETF Sparplan investiert regelmäßig einen festen Betrag. Bei hohen Kursen werden weniger Fondsanteile gekauft, bei niedrigeren Kursen entsprechend mehr.
Ein vereinfachtes Beispiel:
| Monat | Sparrate | Preis je Anteil | Gekaufte Anteile |
|---|---|---|---|
| Januar | 300 Euro | 100 Euro | 3,00 |
| Februar | 300 Euro | 75 Euro | 4,00 |
| März | 300 Euro | 60 Euro | 5,00 |
| April | 300 Euro | 80 Euro | 3,75 |
| Gesamt | 1.200 Euro | 15,75 |
Der durchschnittliche Kaufpreis beträgt in diesem Beispiel rund 76,19 Euro je Anteil.
Die amerikanische Anlegerbehörde Investor.gov beschreibt dieses Vorgehen als regelmäßiges Investieren gleicher Beträge unabhängig von den Schwankungen des Marktes. Investor.gov
Das bedeutet jedoch nicht, dass ein Sparplan Verluste verhindert. Wenn der Kurs weiter fällt, liegt auch der durchschnittliche Einstandspreis zunächst über dem aktuellen Marktwert.
ETF Sparplan im Börsencrash: Der Durchschnittspreis ist keine Garantie
Der sogenannte Durchschnittskosteneffekt wird häufig überschätzt.
Er sorgt dafür, dass zu unterschiedlichen Kursen gekauft wird. Er garantiert aber weder:
- einen Gewinn
- eine schnelle Erholung
- einen besonders günstigen Durchschnittspreis
- Schutz vor einem jahrelangen Kursrückgang
- die Eignung des ausgewählten ETF
- einen ausreichenden Anlagezeitraum
Wer über viele Jahre regelmäßig investiert, muss keinen einzelnen Einstiegszeitpunkt festlegen. Das kann das Risiko reduzieren, das gesamte Kapital unmittelbar vor einem deutlichen Rückgang anzulegen.
Ob der Sparplan am Ende erfolgreich ist, hängt aber weiterhin von der Wertentwicklung der enthaltenen Anlagen ab.
Fakt ist: Bei fallenden Kursen kauft eine unveränderte Sparrate mehr ETF Anteile.
Einordnung: Mehr Anteile sind nur dann vorteilhaft, wenn sich ihr Wert später ausreichend entwickelt.
Mögliche Schlussfolgerung: Ein Kursrückgang ist kein automatisches Kaufsignal. Er ist zunächst ein Test dafür, ob Anlageziel, Zeitraum und Risikobereitschaft tatsächlich zusammenpassen.
Warum das Depot trotz weiterer Käufe fallen kann
Während eines starken Kursrückgangs ist der bereits aufgebaute Depotbestand häufig deutlich größer als die monatliche Sparrate.
Ein Beispiel:
- vorhandener Depotwert vor dem Rückgang: 60.000 Euro
- monatliche Sparrate: 500 Euro
- Kursverlust: 25 Prozent
- rechnerischer Rückgang des bisherigen Bestands: 15.000 Euro
Die nächste Sparrate von 500 Euro kauft zwar günstiger ein. Sie kann den Verlust des vorhandenen Depots aber nicht annähernd ausgleichen.
Das erklärt, warum Anleger trotz konsequentem Weiterinvestieren zunächst immer höhere Verluste sehen können. Der günstige Kauf weiterer Anteile und der sinkende Wert des Altbestands wirken gleichzeitig.
Je größer das Depot im Verhältnis zur Sparrate ist, desto geringer ist der kurzfristige Einfluss einer einzelnen Sparplanausführung.
Wann das Weiterlaufen grundsätzlich nachvollziehbar ist
Ein bestehender ETF Sparplan kann trotz fallender Kurse weiter zur ursprünglichen Strategie passen, wenn:
- das Kapital langfristig angelegt werden soll
- das Anlageziel unverändert besteht
- eine ausreichende Liquiditätsreserve vorhanden ist
- kurzfristig keine größere Auszahlung geplant ist
- die Sparrate dauerhaft tragbar bleibt
- der ETF breit gestreut und sachgerecht ausgewählt wurde
- die Aktienquote zur persönlichen Risikofähigkeit passt
- die Kursschwankung bereits bei der Planung berücksichtigt wurde
Ein Börsenrückgang verändert nicht automatisch die Qualität einer langfristigen Strategie.
Er kann aber sichtbar machen, dass das persönliche Verlustrisiko vorher unterschätzt wurde.
Wann eine Pause sinnvoll sein kann
Einen Sparplan zu pausieren, ist nicht grundsätzlich falsch. Entscheidend ist der Grund.
Eine Pause kann sachlich begründet sein, wenn:
- das Einkommen wegfällt oder unsicher wird
- die Liquiditätsreserve zu klein ist
- eine größere Ausgabe bevorsteht
- Kredite mit hoher Verzinsung zurückgezahlt werden müssen
- der Anlagezeitraum deutlich kürzer geworden ist
- sich die persönliche Lebenssituation verändert hat
- die bisherige Sparrate dauerhaft zu hoch angesetzt wurde
- die gesamte Vermögensaufteilung neu geplant werden muss
In diesen Fällen geht es nicht um die Frage, ob der Markt morgen steigt oder fällt. Es geht um die eigene finanzielle Stabilität.
Eine Sparrate sollte nie dazu führen, dass notwendige Ausgaben über den Dispokredit oder andere teure Kredite finanziert werden müssen.
Marktangst ist ein anderer Pausengrund
Viele Anleger stoppen ihren Sparplan nicht wegen einer finanziellen Notlage, sondern aus Angst vor weiteren Verlusten.
Das Problem: Der Wiedereinstieg erfordert eine zweite Entscheidung.
Dann müssen zwei Zeitpunkte richtig gewählt werden:
- Wann soll der Sparplan gestoppt werden?
- Wann soll er wieder beginnen?
Wer erst nach starken Verlusten pausiert, hat einen Teil des Kursrückgangs bereits erlebt. Wer anschließend auf eindeutige Entwarnung wartet, steigt möglicherweise erst wieder ein, nachdem sich die Kurse deutlich erholt haben.
Eine Pause aus Angst kann dadurch zu folgendem Muster führen:
- bei hohen Kursen kaufen
- nach starken Verlusten stoppen
- niedrige Kurse auslassen
- nach einer Erholung wieder beginnen
Damit wird der regelmäßige Sparplan ungewollt zu einer Form der Marktprognose.
Wie teuer eine verpasste Erholung werden kann
Starke Kursanstiege können unmittelbar auf starke Rückgänge folgen. Ob und wann das geschieht, ist nicht vorhersehbar.
Ein vereinfachtes Beispiel:
- ETF Kurs fällt von 100 auf 70 Euro
- Anleger stoppt bei 70 Euro den Sparplan
- der Kurs steigt später auf 85 Euro
- Anleger beginnt erst nach dieser Erholung wieder zu investieren
Während der Pause hätte die Sparrate bei 70 Euro mehr Anteile gekauft als nach dem Wiedereinstieg bei 85 Euro.
Das bedeutet nicht, dass jeder Kursrückgang schnell aufgeholt wird. Märkte können über längere Zeit schwach bleiben oder weiter fallen. Das Beispiel zeigt lediglich, dass eine erfolgreiche Pause nicht nur den Ausstieg, sondern auch einen rechtzeitigen Wiedereinstieg verlangt.
Sollte die Sparrate im Börsencrash erhöht werden?
Eine Erhöhung kann sinnvoll erscheinen, weil dieselbe Summe mehr Anteile kauft. Sie ist jedoch nur vertretbar, wenn das zusätzliche Kapital tatsächlich langfristig entbehrlich ist.
Vor einer Erhöhung sollten diese Fragen beantwortet werden:
- Ist die Liquiditätsreserve vollständig aufgebaut?
- Sind geplante Ausgaben der nächsten Jahre abgesichert?
- Bestehen teure Verbindlichkeiten?
- Bleibt die höhere Sparrate auch bei weiteren Kursverlusten tragbar?
- Passt die dadurch steigende Aktienquote zur Gesamtplanung?
- Würde die Entscheidung auch ohne aktuelle Schlagzeilen getroffen?
- Handelt es sich um eine strategische Anpassung oder um eine spontane Wette?
Ein Kursrückgang von 20 Prozent schließt einen weiteren Rückgang nicht aus.
Wer seine Sparrate stark erhöht, weil der Tiefpunkt vermeintlich erreicht ist, trifft eine Prognose. Fällt der Markt anschließend weiter, muss die Entscheidung finanziell und emotional ausgehalten werden.
Warum eine Verdoppelung der Sparrate das Risiko erhöht
Eine höhere Sparrate bedeutet nicht nur mehr Renditechance. Sie erhöht auch das investierte Kapital und damit den möglichen Verlust.
Ein Beispiel:
| Variante | Monatliche Sparrate | Investition in 12 Monaten |
|---|---|---|
| unverändert | 400 Euro | 4.800 Euro |
| erhöht | 800 Euro | 9.600 Euro |
| zusätzlich einmalig | 400 Euro plus 5.000 Euro | 9.800 Euro |
Alle drei Varianten können bei steigenden Kursen profitieren. Fallen die Kurse weiter, wird aber auch mehr Kapital von der negativen Entwicklung betroffen.
Die Entscheidung sollte deshalb nicht allein mit dem Satz „Aktien sind jetzt günstiger“ begründet werden.
Günstiger als gestern bedeutet nicht automatisch günstig bewertet oder risikolos.
Der Notgroschen gehört nicht in den ETF Sparplan
Vor einer langfristigen Aktienanlage sollte eine ausreichende Liquiditätsreserve vorhanden sein.
Sie dient unter anderem für:
- unerwartete Reparaturen
- vorübergehenden Einkommensausfall
- höhere Nebenkosten
- medizinische Ausgaben
- Versicherungsbeiträge
- Selbstbehalte
- kurzfristige familiäre Unterstützung
- andere unvorhergesehene Belastungen
Wie hoch diese Reserve sein sollte, hängt von der persönlichen Situation ab. Arbeitnehmer mit sehr sicherem Einkommen benötigen möglicherweise eine andere Reserve als Selbstständige mit schwankenden Einnahmen.
Wird der Notgroschen in einem Börsencrash investiert, können zwei Risiken zusammentreffen:
- Die Kurse fallen weiter.
- Das Kapital wird gleichzeitig für eine ungeplante Ausgabe benötigt.
Dann müssen ETF Anteile möglicherweise mit Verlust verkauft werden.
Der Anlagezeitraum entscheidet
Ein Aktien ETF eignet sich grundsätzlich nicht für jede Sparfrist.
Je näher die geplante Verwendung des Kapitals rückt, desto wichtiger wird die Frage, ob ein erheblicher Kursverlust noch ausgesessen werden kann.
Ein langer Anlagezeitraum schafft Zeit. Er garantiert aber keine bestimmte Rendite.
Kritisch wird es besonders, wenn das Kapital benötigt wird für:
- einen Immobilienkauf
- die Ablösung eines Darlehens
- eine größere Anschaffung
- Ausbildungskosten
- den Beginn des Ruhestands
- regelmäßige Entnahmen
- Pflege oder Unterstützung von Angehörigen
Wer das Geld in wenigen Jahren sicher benötigt, sollte nicht erst nach einem Kurssturz überlegen, wie viel davon überhaupt in Aktien investiert sein darf.
Sparphase und Entnahmephase unterscheiden
Während des Vermögensaufbaus werden regelmäßig neue Anteile gekauft. Fallende Kurse können dabei zu niedrigeren Kaufpreisen führen.
In der Entnahmephase ist die Situation umgekehrt. Werden bei fallenden Kursen Anteile verkauft, müssen für denselben Eurobetrag mehr Anteile abgegeben werden.
Ein Beispiel:
- gewünschte Entnahme: 1.500 Euro
- ETF Anteil kostet 100 Euro: Verkauf von 15 Anteilen
- ETF Anteil kostet 60 Euro: Verkauf von 25 Anteilen
Die zusätzliche Veräußerung verringert das Kapital, das an einer späteren Erholung teilnehmen kann.
Vor dem Ruhestand sind deshalb insbesondere wichtig:
- eine ausreichende Liquiditätsreserve
- sichere laufende Einnahmen
- die Höhe der geplanten Entnahmen
- eine passende Aktienquote
- eine sinnvolle Aufteilung der nächsten Ausgaben
- Flexibilität bei freiwilligen Entnahmen
Ein Sparplan kann in der Aufbauphase sinnvoll sein, während dasselbe Risikoprofil kurz vor größeren Entnahmen nicht mehr passt.
Nicht jeder ETF ist für einen langfristigen Sparplan geeignet
Der Begriff ETF beschreibt zunächst die rechtliche und technische Konstruktion eines börsengehandelten Fonds. Er sagt wenig darüber aus, worin der Fonds investiert.
Ein ETF kann beispielsweise abbilden:
- einen breit gestreuten Weltaktienindex
- ein einzelnes Land
- eine bestimmte Branche
- wenige Technologieunternehmen
- Rohstoffe
- Anleihen
- eine Faktorstrategie
- einen gehebelten Index
- eine inverse Strategie
Die Bundesbank weist darauf hin, dass ETF erhebliche Risiken besitzen können, wenn der Referenzindex eine besonders riskante Anlageklasse abbildet oder nur gering diversifiziert ist. Bei gehebelten ETF werden Kursbewegungen zusätzlich verstärkt. bundesbank.de
Ein regelmäßiger Sparplan macht aus einem stark konzentrierten oder ungeeigneten ETF kein ausgewogenes Anlageprodukt.
Breite Streuung reduziert nicht jedes Risiko
Ein weltweit investierender Aktien ETF kann das Kapital auf viele Unternehmen, Länder und Branchen verteilen. Dadurch sinkt die Abhängigkeit von einem einzelnen Unternehmen.
Das allgemeine Aktienmarktrisiko bleibt jedoch bestehen.
In einer weltweiten Krise können zahlreiche Märkte gleichzeitig fallen. Hinzu kommen mögliche:
- Währungsrisiken
- politische Risiken
- Bewertungsrisiken
- Branchenkonzentrationen
- Liquiditätsrisiken
- Indexänderungen
- steuerliche Änderungen
Die amerikanische Anlegerbehörde nennt Diversifikation als wichtiges Mittel, um das Risiko einzelner Anlagen zu reduzieren. Sie ist aber keine Garantie gegen Verluste des gesamten Marktes. investor.gov
Der bisherige Verlust ist kein Entscheidungskriterium
Ein häufiger Gedanke lautet:
„Ich kann jetzt nicht verkaufen, weil ich bereits im Minus bin.“
Der bisherige Kaufpreis ist für die zukünftige Entwicklung des ETF jedoch nicht entscheidend.
Die bessere Frage lautet:
Würde ich diesen ETF mit meiner heutigen finanziellen Situation und den aktuellen Informationen weiterhin halten und besparen?
Es kann richtig sein, einen ungeeigneten ETF trotz Verlust zu ersetzen. Ebenso kann es falsch sein, einen passenden, breit gestreuten ETF allein wegen eines vorübergehenden Kursrückgangs aufzugeben.
Die Entscheidung sollte sich an der künftigen Eignung orientieren. Nicht daran, ob die Depotanzeige gerade rot oder grün ist.
Sparrate reduzieren statt vollständig stoppen
Zwischen unverändertem Sparplan und vollständiger Pause gibt es weitere Möglichkeiten:
- Sparrate vorübergehend reduzieren
- Ausführung von monatlich auf quartalsweise umstellen
- mehrere Sparpläne unterschiedlich anpassen
- neue Beiträge zunächst als Liquidität zurücklegen
- Aktien und sichere Anlagen neu gewichten
- freiwillige Zusatzeinzahlungen aussetzen
- nach Wiederaufbau der Reserve schrittweise erhöhen
Eine reduzierte Sparrate kann sinnvoll sein, wenn die Liquidität geschont werden muss, die langfristige Strategie aber grundsätzlich bestehen bleibt.
Die Anpassung sollte mit einem klaren Kriterium verbunden sein. Beispielsweise:
- Wiedererhöhung nach Aufbau einer festgelegten Reserve
- Überprüfung nach Ende der Probezeit
- Anpassung nach einer größeren Anschaffung
- Neubewertung zu einem festgelegten Termin
Ohne solche Kriterien bleibt aus einer vorübergehenden Pause leicht ein dauerhafter Ausstieg.
Warum ein fester Entscheidungsplan hilft
In ruhigen Börsenphasen lassen sich Regeln leichter festlegen als mitten im Kurssturz.
Ein persönlicher Entscheidungsplan kann enthalten:
- Ziel des Sparplans
- geplanter Anlagezeitraum
- gewünschte Aktienquote
- Höhe der Liquiditätsreserve
- normale Sparrate
- Gründe für eine Reduzierung
- Gründe für eine vollständige Pause
- Voraussetzungen für eine Erhöhung
- Zeitpunkt der regelmäßigen Überprüfung
- Regeln für geplante Entnahmen
Damit wird nicht versucht, den Markt zu kontrollieren. Kontrolliert wird das eigene Verhalten.
Was bei einem Depotverlust geprüft werden sollte
Ein deutlicher Verlust ist ein guter Anlass für eine Bestandsaufnahme.
Hat sich das Anlageziel verändert?
Ein ursprünglich für die Altersvorsorge gedachtes Depot sollte nicht plötzlich für eine kurzfristige Ausgabe eingeplant werden.
Reicht die Liquiditätsreserve?
Fehlt sie, kann eine Reduzierung der Sparrate sinnvoller sein als ein späterer Verkauf mit Verlust.
Ist der ETF ausreichend breit gestreut?
Ein Branchen oder Themen ETF kann wesentlich stärker schwanken als ein breit gestreuter Welt ETF.
Passt die Aktienquote?
Wer wegen eines normalen Börsenrückgangs nicht mehr schlafen kann, hat möglicherweise mehr Aktienrisiko übernommen, als tatsächlich tragbar ist.
Bestehen Überschneidungen?
Mehrere ETF können dieselben Unternehmen enthalten und nur den Eindruck einer breiten Streuung erzeugen.
Wann wird das Kapital benötigt?
Ein naher Auszahlungstermin kann eine schrittweise Risikoreduzierung erforderlich machen.
Typische Fehler beim ETF Sparplan im Börsencrash
Den Sparplan aus Angst stoppen
Damit wird eine langfristige Strategie von kurzfristigen Nachrichten abhängig.
Auf den perfekten Wiedereinstieg warten
Der Tiefpunkt ist normalerweise erst im Rückblick erkennbar.
Die Sparrate spontan stark erhöhen
Mehr investiertes Kapital bedeutet auch mehr Verlustpotenzial.
Den Notgroschen investieren
Damit fehlt die Reserve möglicherweise genau dann, wenn Einkommen und Wirtschaft gleichzeitig unter Druck stehen.
Jeden ETF für langfristig geeignet halten
Ein konzentrierter Themen ETF bleibt auch bei regelmäßigen Käufen konzentriert.
Einen Verlust mit einem Fehler verwechseln
Ein vorübergehender Kursrückgang gehört zu einer Aktienanlage. Ein ungeeignetes Produkt ist dagegen ein strukturelles Problem.
Nur auf den Kaufpreis schauen
Entscheidend ist, ob die Anlage heute noch zum Ziel und zur Risikofähigkeit passt.
Die Entnahmephase vergessen
Kurz vor geplanten Auszahlungen gelten andere Anforderungen als am Beginn eines jahrzehntelangen Vermögensaufbaus.
Den Sparplan auf Kredit fortführen
Kreditkosten und Rückzahlungsverpflichtungen können die langfristige Anlage unnötig belasten.
Eine praktische Prüfung in zehn Schritten
Bevor Sie Ihren Sparplan verändern, sollten Sie diese Fragen beantworten:
- Welches konkrete Ziel finanziert der Sparplan?
- Wann wird das Kapital voraussichtlich benötigt?
- Ist eine ausreichende Liquiditätsreserve vorhanden?
- Bleibt die Sparrate auch bei Einkommensproblemen tragbar?
- Wie hoch ist die Aktienquote im gesamten Vermögen?
- Ist der ETF breit gestreut und für das Ziel geeignet?
- Kann ein weiterer deutlicher Kursverlust ausgehalten werden?
- Beruht die geplante Änderung auf der persönlichen Situation oder auf einer Marktprognose?
- Nach welchem Kriterium würde eine Pause beendet?
- Passt die Entscheidung auch zur späteren Entnahmeplanung?
Ein ETF Sparplan im Börsencrash muss nicht automatisch gestoppt oder erhöht werden. Wer langfristig investiert, eine ausreichende Reserve besitzt und einen passenden ETF gewählt hat, kann den Sparplan grundsätzlich unabhängig von kurzfristigen Kursschwankungen fortführen.
Fehlt dagegen Liquidität, steht eine größere Ausgabe bevor oder war die Aktienquote von Anfang an zu hoch, ist eine Anpassung sinnvoll. Entscheidend ist der Anlass: Die eigene finanzielle Situation ist ein guter Grund für eine Veränderung. Die Hoffnung, den nächsten Tiefpunkt vorherzusagen, ist es nicht.
Stand: 6. Oktober 2026. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine individuelle Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar.
Über den Autor: Thomas Kliem
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